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Inditex will Atemschutzmasken herstellen und spenden

von Gina Buhl

20 MÄRZ 2020

Fashion

Das Zara-Mutterschiff will seine Produktionsstätten dafür nutzen, Atemschutzmasken herzustellen, um sie ans medizinische Personal in Spanien zu spenden.

Seit Wochen ist die Sorge um Engpässe bei Atemschutzmasken riesengross. Aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 horten nämlich sehr viele Menschen sehr vielen Atemmasken bei sich zu Hause.

Online werden sie deshalb zu horrenden Preisen angeboten (ein Händler bei Amazon verkauft eine Box mit 50 Masken für knapp 80 Franken) und auch Spitäler melden, dass Atemmasken aus den Lagerbeständen verschwinden – und das, obwohl es für gesunde Menschen laut dem deutschen Robert-Koch-Institut keine hinreichenden Belege dafür gibt, dass ein Mund-Nasen-Schutz das Risiko einer Ansteckung messbar reduziert.

Support für das medizinische Personal

Sehr sinnvoll sind die Masken allerdings für Menschen, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert haben. Sie können andere vor einer Ansteckung schützen, weil sich die Viren von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Und: Unabdingbar sind sie für das medizinische Personal.

Genau diesem will das spanische Textilunternehmen Inditex, zu dem unter anderem Zara, Bershka und Massimo Dutti gehören, jetzt unter die Arme greifen: In einer Pressemitteilung teilte das Unternehmen kürzlich mit, dass sie ihre Produktionsstätten und Logistikzentren zur Verfügung stellen wollen, um Atemschutzmasken zu produzieren.

Heute sollen 300'000 Masken gespendet werden

Man würde die Materialien selbst besorgen und sie mindestens einmal pro Woche an die eigenen Produktionsstätten liefern. Dort könnten dann die zu Inditex gehörenden Brands, aber auch andere (bereits etablierte) Hersteller von Masken, das Material verarbeiten. Bisher habe das Unternehmen bereits 10'000 Mundschutzmasken an spanische Spitäler gespendet. Heute, Freitag, würden sie erneut 300'000 Masken liefern wollen.

Doch der Textilriese möchte das medizinische Personal und die Patientinnen und Patienten nicht nur mit Atemschutzmasken supporten: "Wir versuchen derzeit auch, die medizinischen Stoffe und Textilien für Krankenhauskleidung zu beschaffen", heisst es in der Mitteilung.

Nicht die einzigen in der Fashionbranche

"Mit dem Prüfen der Möglichkeit, einen Teil der Textilherstellungskapazität auf die Produktion von Materialien für das Gesundheitswesen umzustellen, könnte ein weiterer Schritt in Richtung Coronavirus-Bekämpfung getan werden", so das Unternehmen.

Inditex reiht sich damit in eine Reihe von Unternehmen ein, die ihre Ressourcen zum Schutz gegen Corona zur Verfügung stellen. Erst vergangenen Montag hat etwa der französische Luxuskonzern LVMH mitgeteilt, dass in seinen Kosmetik- und Parfumfabriken in Frankreich ab sofort nur noch Desinfektionsmittel statt Parfum hergestellt werden soll. Und auch das British Fashion Council hat britische Designerinnen und Designer gestern auf Instagram dazu aufgerufen, wenn möglich, bei der Herstellung von Atemschutzmasken zu helfen.

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