Stocksy txp295120fe Tf S200 Small 2331219

Eine von zwei Frauen glaubt, dass Monogamie vor HPV schützt

von Anaïs Rufer

6 SEPTEMBER 2019

Health

Laut einer britischen Umfrage glauben viele Frauen, dass eine feste Beziehung ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs senkt. Eine gefährliche Annahme.

Monogamie schützt nicht vor dem humanen Papillomvirus (HPV), dem Virus, das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. Allerdings ist fast jede zweite Frau vom Gegenteil überzeugt, wie nun eine Umfrage mit 1500 britischen Frauen im Auftrag des Jo Cervical Cancer Trust zeigt.

So geben 48 Prozent der befragten Frauen an, dass sie sich nicht infektionsgefährdet fühlen, da sie in einer stabilen monogamen Beziehung leben. Weitere sieben Prozent denken, dass Untreue dahinter steckt, wenn bei der Partnerin oder dem Partner eine HPV-Infektion diagnostiziert wird. Doch es kann sich auch um eine frühere Ansteckung handeln, die erst später erkannt wird. Tatsächlich ist es nämlich so, dass HPV noch Monate oder Jahre nach der Infektion unentdeckt im Körper schlummern kann.

HPV geht Männer und Frauen etwas an

Noch beunruhigender ist, dass jede fünfte Frau angibt, nicht zu wissen, wie das Virus übertragen wird: 52 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen geben an, dass sie bisher keine Ahnung davon hatten, dass sowohl Frauen als auch Männer betroffen sein können. Die Viren werden am häufigsten beim Geschlechtsverkehr, Oralsex und Analsex übertragen. In seltenen Fällen führt auch die gemeinsame Verwendung von Sextoys zu einer Ansteckung.

Bei Frauen kann HPV zu Verletzungen der Gebärmutter und schliesslich zu Gebärmutterhalskrebs führen. Bei etwa 90 Prozent könnte der Ausbruch des Krebs aber verhindert werden, wenn Frauen sich regelmässig testen lassen würden. Die britische Umfrage zeigt, dass auch 42 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen glauben, dass sie keine Vorsorgeuntersuchung benötigen, wenn sie bereits geimpft wurden. Ein grosser Irrtum: Der Impfstoff schützt nämlich nicht vor allen HPV-Virusarten, die Krebs verursachen können.

Fünfthäufigster Krebs in der Schweiz

In der Schweiz werden nach Schätzungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) jährlich rund 250 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Es ist die fünfthäufigste Krebsart bei Frauen im Alter von 20 bis 49 Jahren.

"70 Prozent bis 80 Prozent der sexuell aktiven Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. In 70 Prozent dieser Fälle verschwindet das Virus innerhalb eines Jahres nach der Infektion und in 90 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Besonders betroffen sind die 16- bis 25-Jährigen.", so die Website des BAG.

Die Impfung wird jungen Frauen und Männern im Alter von 11 bis 14 Jahren empfohlen. Allerdings kann die Impfung auch danach durchaus Sinn machen, da so die weitere Verbreitung des Virus eingedämmt wird. Die Kosten werden bis 26 von der Krankenkasse übernommen.

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend