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SRF, Naomi Salome

Diese Serie zeigt, dass Hautkrebs auch junge Menschen trifft

von Gina Buhl

26 JANUAR 2020

Life

In der letzten Staffel der preisgekrönten SRF-Webserie "Nr. 47" gehts ums Thema Hautkrebs. Autor und Produzent Adrian Spring erzählt im Interview, warum ihm diese Geschichte so viel bedeutet.

Die Freunde Sophie, Eveline, Dominic, Kuzey und Tim wohnen im Haus mit der Nummer 47. Sie sind typische Millennials, alle gerade dabei erwachsen zu werden – irgendwie. Sie alle müssen sich unterschiedlichen Challenges stellen. Sie alle versuchen das auf ihre eigene Weise. Kommen mit dem Leben mal besser, mal schlechter klar – wie man in den vergangenen drei Staffeln der SRF-Webserie "Nr. 47" sehen konnte.

Die vierte Staffel – in der Sophie an Hautkrebs erkrankt – feiert heute, Sonntag, an den Solothurner Filmtagen ihre Premiere. Warum das Thema den Autor und Produzenten Adrian Spring auch betrifft, hat er uns im Interview erzählt.

Adrian, mit der vierten Staffel endet “Nr. 47”. Was bedeutet dir dieses letzte Kapitel der Serie? Wirklich mega, mega viel. Auch weil es das Persönlichste von allen ist.

Und das Traurigste… Das stimmt. Als ich damals anfing, die Geschichte der Freunde zu entwickeln, habe ich beschlossen, in jeder Staffel ein Thema zu behandeln, das junge Menschen beschäftigt. In der ersten Staffel gehts um den Druck, dem viele von uns ausgesetzt sind. Die zweite dreht sich um ein Coming-out, die dritte thematisiert die Tücken einer Karriere auf Youtube. Ich wusste immer, dass ich am Schluss der Serie beim Tod ankommen muss.

Wieso das? Weil Sterben ein Thema ist, mit dem sich junge Leute nicht auseinandersetzen wollen. Für die meisten fühlt sich das verständlicherweise wahnsinnig weit weg an. Tatsächlich kann der Tod aber plötzlich ganz nahe sein – das wollte ich aufzeigen.

Deine Schwester ist an Hautkrebs gestorben. Ja. Das war der Anlass diese unterschätzte Krankheit zu thematisieren. Was viele nicht wissen: Die Schweiz ist Hautkrebs-Spitzenreiter in Europa.

Erzählst du also die Geschichte deiner Schwester? Nicht wirklich, nein. Es gab natürlich gewisse Ereignisse, die ich von meiner Schwester kannte und die ich einfliessen lassen habe. Zum Beispiel hab ich mich daran erinnert, dass es diesen Termin gab, bei dem sie eine Perücke aussuchen sollte. Beim Schreiben habe ich mich aber eigentlich vor allem darauf fokussiert, mir auszumalen, wie die Serien-Figur Sophie mit dem Krebs umgeht. Ich habe mich also nicht bei jeder Szene gefragt: Wie war das bei meiner Schwester damals?

Haben Sophie und deine Schwester abgesehen von der Krankheit andere Gemeinsamkeiten? Sophie ist eine Kämpferin, genau wie meine Schwester. Sie hatte nach der Diagnose die Einstellung: Okay, gehen wirs an – die lassen mir Medis rein und dann werd ich wieder gesund.

Was weisst du heute über Krebs, was du damals nicht gewusst hast? Die Maschine, mit der Sophie in der zweiten Episode bestrahlt wird, habe ich beim Location-Scouting im Spital zum ersten Mal gesehen. Das ist mir richtig eingefahren. Ich stand daneben und dachte: Krass, diesen Teil der Krankheit hab ich nie wirklich mitbekommen.

Wars nicht wahnsinnig schwierig, dich noch einmal so intensiv mit all dem auseinanderzusetzen? Bevor ich angefangen hab zu schreiben, hatte ich schon Angst davor, was das alles mit mir machen würde. Ich wusste, dass ich mich jetzt viele Monate lang non-stop mit dem Thema befasse. Im Schreibprozess habe ich aber gemerkt, dass ich das irgendwie ganz gut trennen kann. Die eine Geschichte war privat, die andere beruflich.

Wie gings dir, als du die Geschichte zum ersten Mal einem Publikum gezeigt hast? Es hat gut getan irgendwie. Besonders an der Premiere für Cast und Crew, als quasi der ganze Saal am Ende geschluchzt hat. Im Foyer ist eine Frau zu mir gekommen, die selber als Teenie an Krebs erkrankt ist. Sie hat mich umarmt und gesagt, dass sie sich so verstanden gefühlt hat. Das war das Schönste, was mir in dem Moment hätte passieren können.

Was hoffst du, mit der letzten Staffel zu erreichen? Wenn sie bewirkt, dass die Leute die Krankheit ernster nehmen – das wäre toll. Und so deprimierend es klingt: Es wär schön, wenn wir uns alle bewusster werden, dass das Leben endlich ist. Ich weiss, im ersten Moment, mag das die ultimative Deprovorstellung sein. Aber dadurch lernt man die Dinge umso mehr zu schätzen.

Man kann in jedem Alter an Hautkrebs erkranken. Am effizientesten schützt ihr euch, indem ihr immer Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auftragt. Personen mit heller Haut und geringer Pigmentierung, Personen mit mehr als 100 Pigmentmalen am Körper oder mit anderen Hautveränderungen sollten ihre Haut regelmässig auf Veränderungen untersuchen und sich von einer Hautärztin/einem Hautarzt beraten lassen. Die Früherkennung ist zentral.

Weitere Infos findet ihr auf: melanoma.ch und bei der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie.

Und: Die vierte Staffel von "Nr. 47"findet ihr ab 21. Februar auf Youtube.

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