emotionaler missbrauch
Shashank Sahay on Unsplash

Habt ihr als Kind emotionalen Missbrauch erlebt?

von Stephanie Vinzens

30 JULI 2018

Life

Unter #SprücheUnsererMütter erzählen Twitter-Userinnen und User vom emotionalen Missbrauch in ihrer Kindheit. Musstet ihr etwas Ähnliches mitmachen?

Eigentlich hätte der Hashtag #SprücheUnsererMütter auf Twitter für Feel-Good-Stimmung sorgen sollen. Doch anstatt liebevolle mütterliche Sprüche und witzige Anekdoten, sammeln sich darunter nun vor allem schockierende Sprüche, die Userinnen und User von ihren Müttern zu hören bekommen haben.

Eine Userin schreibt, wie ihre Mutter sie für all ihre Probleme verantwortlich gemacht hat: "Du bist schuld an meiner Depression. Ohne dich wäre mein Leben viel schöner. Schade, dass es damals zu spät war, um abzutreiben". Eine andere litt an demütigenden Vergleichen: "Deine Schwester ist so ein hübsches Mädchen – und du? Du siehst aus wie ein Nilpferd." Viele twittern auch von Drohungen wie "Ich stecke dich ins Heim" oder "Du fängst dir gleich eine, wenn du nicht aufhörst zu heulen."

Tagelanges Schweigen

Doch nicht immer sind es Worte, die am meisten schmerzen: "Ich könnte sehr viele sehr verletzende Sätze aufschreiben. Was mich allerdings noch mehr seelisch verletzte, war das Ignorieren und Schweigen. Manchmal tagelang", so eine Userin über die fehlende Liebe von ihren Eltern. Eine andere litt unter enormem Leistungsdruck: "Viel schlimmer als ein einzelner Satz war das Gefühl, nur etwas wert zu sein, wenn man gute Leistungen erbringt."

Verbale Angriffe, Liebesentzug und unrealistische Leistungsansprüche – was diese Leute erlebt haben, nennt sich emotionaler Missbrauch. Experten sind sich einig, dass dieser für die Psyche genauso fatal sein kann wie körperliche Gewalt. Betroffene leiden im Erwachsenenalter oft unter Angststörungen, Depressionen und vermindertem Selbstwertgefühl.

Trotzdem wird emotionaler Missbrauch häufig nicht ernst genommen und kaum öffentlich thematisiert. Die zahlreichen Tweets und Reaktionen auf den Hashtag zeigen jedoch, dass grosser Redebedarf besteht. Eine Twitter-Userin bringt es auf den Punkt: "Es ist wichtig, mal aufzuführen, wie Kinder traumatisiert werden, ohne dass man blaue Flecken sieht".


Habt ihr in eurer Kindheit etwas Ähnliches erlebt? Wie geht ihr heute damit um? Wir freuen uns auf eure offenen Kommentare.

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