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Alles, was ihr über Haarausfall wissen müsst

von Anna Janssen

5 SEPTEMBER 2019

Health

Wie viel Haarausfall ist normal? Und was kann man dagegen tun, wenn man zu viel Haar verliert? Eine Dermatologin beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer nach dem Duschen plötzlich viele Haare im Abfluss findet, kriegt schnell mal einen Schock. Und die Bürste ist auch voll davon – ist das normal?

Das Gefühl, dass nur Männer unter dem Verlust der Kopfhaare leiden, täuscht: Rund ein Drittel der Frauen sind im Laufe des Lebens auch davon betroffen. Daniela Kleeman, Dermatologin FMH mit Praxis in Zürich, erklärt, welche Gründe es für übermässigen Haarausfall gibt und was für Behandlungsmöglichkeiten einem offen stehen.

Wir verlieren täglich Haare. Ab wann ist die Sorge berechtigt? Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist ganz normal. Es gibt je nach Jahreszeit auch Schwankungen – das ist jedoch individuell. Sobald man aber büschelweise Haare verliert, ist die Sorge sicher berechtigt.

Welche Gründe gibts denn für übermässigen Haarausfall? Am häufigsten ist der anlagebedingte Haarverlust – bei Männern und Frauen. Aber auch verschiedene Krankheiten, Infektionen und Entzündungen der Kopfhaut können zum Verlust der Haare führen.

Und sonst? Vermehrter Haarverlust kann auch durch Nährstoffmangel – zum Beispiel Eisenmangel – auftreten, was oft bei jungen Frauen vorkommt. Andererseits fallen Haare auch durch Stress aus, wobei dieser nicht nur durch Probleme im Job oder Privatleben ausgelöst wird. Genauso können schwere Erkrankungen Stress für den Körper bedeuten. Auch Hormone beeinflussen den Haarzyklus: Denn Östrogene wirken sich positiv auf die Haarpracht aus, Teststerone eher nicht. Fällt der Östrogenwert nach der Schwangerschaft oder Menopause stark, fallen auch die Haare. Da ein Haar einem dreimonatigen Zyklus von Wachstum, Stillstand und Ausfallen unterliegt, merkt man den Haarausfall oft erst mit Verzögerung.

Daniela Kleeman

Dermatologin

Ein strenger Zopf kann zu bleibenden Schäden führen.

Viele Frauen tragen die Haare streng zusammengebunden. Kann das kahle Stellen hervorrufen? Wenn man über Jahre hinweg einen strengen Zopf – oder auch eine schwere Frisur wie Dreadlocks – trägt, zieht das konstant an den Haarwurzeln und kann zu bleibenden Schäden führen. Da der stärkste Zug auf dem vorderen Haaransatz ist, wandert dieser dann immer weiter nach hinten.

Führt regelmässiges Styling mit Glätteisen und Lockenstab auch zu Haarverlust? Nein, das schädigt lediglich die Haarstruktur und sorgt für brüchige und glanzlose Haare. Die Haarwurzel selber wird davon aber nicht beeinflusst.

Was hilft am besten gegen Haarausfall? Grundsätzlich sollte man die Ursache herausfinden und behandeln – nicht einfach nur die Symptome bekämpfen. Bei genetisch bedingtem Haarausfall und zur Linderung der Symptome hat sich der Wirkstoff Minoxidil in mehreren Studien als langfristig wirksam herausgestellt. Er wird auf die Kopfhaut aufgetragen. Ausserdem sind auch sogenannte PRP-Behandlungen, bei denen ein Serum aus Eigenblut in die Kopfhaut injiziert wird, oft erfolgreich. Die Kosten werden allerdings nicht von der Krankenkasse übernommen und man sollte die Behandlung am Anfang mindestens drei Mal durchführen.

Daniela Kleeman

Dermatologin

Sobald die Haarwurzeln geschädigt sind, können die Haare nicht mehr gerettet werden.

Kann man auch vorsorglich etwas gegen Haarverlust tun? Generell sollte man so früh wie möglich mit den entsprechenden Behandlungen anfangen: Denn sind die Haarwurzeln irreversibel geschädigt oder Stellen die Produktion ein, können diese Haare nicht mehr gerettet werden. Gerade genetischen Haarausfall kann man nicht stoppen, sondern nur mit Behandlungen verzögern. Sobald man diese aber beendet, gehts auch mit dem Haarausfall weiter. Vorsorglich Spurenelemente wie Biotin einzunehmen ist sicherlich nie falsch, da diese Nägel und Haare stärken.

Welche natürlichen Mittel helfen sonst noch? Es hilft sicher, die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen, zum Beispiel mit Koffeinshampoos. Meine Grossmutter meinte immer, ich solle Hirse essen, da diese auch Biotin enthält. Meistens helfen solche Mittel leider aber nur begrenzt.

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