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Gwyneth Paltrow sieht in psychedelischen Drogen die Zukunft

von Gloria Karthan

7 MÄRZ 2019

Entertainment

In einem Interview wurde Gwyneth Paltrow gefragt, welcher Trend bald ganz gross wird. Der Lifestyle-Guru ist sich sicher: Psychedelische Drogen – und könnte damit richtig liegen.

"Was ist das nächste grosse Ding? Was ist das nächste glutenfrei oder conscious uncoupling?", fragt der Journalist der "New York Times" seine Interviewpartnerin Gwyneth Paltrow. "Ich denke, wie Psychedelika sich auf unsere Gesundheit, die psychische Verfassung und unser Suchtverhalten auswirken, wird immer mehr in den Mainstream kommen", antwortet die 46-Jährige, die auf ihrer Lifestyle-Plattform "Goop" zwar mehrmals schon zweifelhafte Gesundheitstrends verkündete, mit Trends wie Yoga aber tatsächlich der Zeit voraus war.

Der Interviewer fragt, ob sie denn selber schon einmal psychedelische Drogen ausprobiert habe. Gwyneth verneint: "Ich habe Angst davor". Dennoch sei sie sich sicher, dass es einen Zusammenhang gebe zwischen dem Zustand nach dem Konsum und einer Verbindung "zu einem universellen kosmischen Etwas".

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Psychedelika in der Psychologie

Was Gwyneth da erzählt, klingt ganz schön abgespaced. Dabei ist die Anwendung von Psychedelika in der Psychologie ein alter Hut: Schon in den 1930er-Jahren wurde die Wirkung psychoaktiver Substanzen in der modernen Psychotherapie erforscht. Als der Schweizer Albert Hoffmann 1943 aus Versehen LSD erfand, wurde es kurz darauf als Medikament auf den Markt gebracht und wurde "zur seelischen Auflockerung bei Angst- und Zwangsneurosen" verwendet, wie es damals auf dem Beipackzettel hiess.

Nach dem grossen LSD-Boom während der Hippie-Bewegung häuften sich aber Berichte über Psychosen und Selbstmorde. Die Substanz wurde zusammen mit anderen Drogen daraufhin weltweit verboten, auch zu therapeutischen und Forschungszwecken.

In der Schweiz wird fleissig geforscht

Dank Sondergenehmigungen des Bundesamts für Gesundheit durften seit Ende der 1980er-Jahre mehrere Psychiater ihre Patienten mit Psilocybin, MDMA und LSD behandeln. Doch die Anträge zu stellen, ist sehr mühsam – nur wenige nehmen den Papierkram und die strenge Ethikkomission auf sich.

Aktuell ist die Schweiz mit verschiedenen Studien in Solothurn sowie an den Unis Basel und Zürich ganz vorne mit dabei, wenn es um die Erforschung psychoaktiver Substanzen geht. Im Unterschied zu früher werden die Drogen dabei vor allem an gesunden Probanden getestet.

LSD und Psilocybin gegen Depressionen

Mehrere Studien haben gezeigt, dass LSD und Psilocybin die Stimmung über Wochen verbessern können – etwa bei depressiven Menschen oder bei posttraumatischen Störungen.

Erst diese Woche hat in Amerika das Halluzinogen Eketamin, ähnlich wie Ketamin, die Zulassung erhalten und es ist gut möglich, dass der Markteintritt in der EU noch dieses Jahr folgt. Rezeptpflichtige, niedrigdosierte Nasensprays sollen depressive Gedanken vertreiben.

Im Silicon Valley schwört man seit einigen Jahren auf LSD-Microdosing. Leute aus der Tech-Szene nutzen mikrodosiertes LSD für mehr Konzentration und Kreativität. Forscher sind noch skeptisch – um einen Placebo-Effekt auszuschliessen, müsse die Droge noch weiter erforscht werden.

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