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Peter Schneider/Keystone

Das haben Schweizer Frauen im letzten Jahr erreicht

von Gloria Karthan

8 MÄRZ 2019

Life

Der Weltfrauentag erinnert daran, dass es noch viel zu tun gibt. Doch im vergangenen Jahr gab es auch einige Schritte nach vorn.

Obwohl der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" in der Schweizer Bundesverfassung und im Gleichstellungsgesetz verankert ist, verdienen viele Frauen noch immer weniger als ihre männlichen Kollegen.

Der Frauenanteil in Schweizer Verwaltungsräten steigt zwar jedes Jahr leicht, er ist mit 20 Prozent allerdings noch immer weit unter der von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga angestrebten 30 Prozent-Marke.

Laut einer neuen Studie rangiert die Schweiz bei der Gleichstellung der Geschlechter im internationalen Vergleich an 20. Stelle. Und die Beispiele unserer Redaktorinnen zeigen, wie alltäglich Sexismus ist.

Dennoch haben Frauen in der Schweiz auch einiges erreicht. Das waren die Highlights 2018:

  • Mehr Frauen in der Politik
    2018 sitzen im National- und Ständerat sowie in den kantonalen Parlamenten und Regierungen so viele Frauen wie noch nie. Unter anderem die beim Eintritt in den Nationalrat erst 24-jährige Samira Marti. Bei den Ersatzwahlen im Dezember wurden mit Karin Keller-Sutter und Viola Amherd zwei Frauen gleichzeitig in den Bundesrat gewählt, selbst wenn Gleichstellung nicht zu den obersten Punkten auf ihrer Agenda gehört. Das Projekt "Helvetia ruft" will bei den Wahlen im kommenden Oktober den Frauenanteil im Parlament massiv steigern.
  • Mehr Mut, sich zu wehren
    Im November 2018 wurde Natalie Urwyler mit dem Prix Courage des "Beobachter" ausgezeichnet. Der Ärztin des Berner Inselspitals wurde 2014 nach der Geburt ihrer Tochter gekündigt. Urwyler kämpfte gegen die Diskriminierung an und gewann vor Gericht. Sie musste wieder angestellt und ihr ausgefallener Lohn vollumfänglich bezahlt werden. Es handelt sich dabei um den ersten Fall, bei dem eine Frau vor Gericht mit Berufung auf das Gleichstellungsgesetz gegen einen Konzern gewinnt.
  • Mehr Engagement für Lohngleichheit
    Ende September 2018 gingen in Bern über 20'000 Menschen für Lohngleichheit auf die Strasse. Bunte Ballone und Transparente waren an der Kundgebung auf dem Bundesplatz zu sehen, die von der Gewerkschaft Unia organisiert wurde. Am 19. Juni 2019 wird es in der Schweiz einen nationalen Frauenstreik geben – der erste seit 1991, als Hunderttausende auf die Strasse gingen.
  • Mehr Gleichberechtigung beim täglichen Einkauf
    Zum Women's March am 19. Januar wurde "Bloody unfair" lanciert, eine Petition, welche die Mehrwertsteuer auf Damenhygieneartikel senken will. Momentan werden Tampons, Binden und Slipeinlagen nämlich wie Luxusgüter besteuert. Der Neuenburger SP-Nationalrat Jacques-André Maire fordert die tiefere Besteuerung in einer Motion. Vor zwei Wochen hat der Bundesrat dem Parlament diese zur Annahme empfohlen.
  • Mehr über weibliche Sexualität sprechen
    Am 8. November startete "Female Pleasure", ein Schweizer Dokumentarfilm von Regisseurin Barbara Miller und Co-Produzentin Melanie Winiger in den Kinos. Der Film thematisiert weibliche Sexualität im 21. Jahrhundert rund um den Globus und füllt immer noch ganze Säle, obwohl er bereits seit 17 Wochen läuft. Wer ihn noch nicht gesehen hat: Schnell ab ins Kino!
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