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Mit einer Gewichtsdecke sind deine Schlafprobleme vielleicht vorbei

von Gloria Karthan

1 APRIL 2019

Health

Gewichtsdecken helfen angeblich beim Einschlafen und werden sogar bei Angststörungen und Depressionen verschrieben. Redaktorin Gloria hat den Schlummertest gemacht.

"Boah, ist die schwer!" Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, als ich meine Gewichtsdecke auspackte. "Ah. Das soll so sein", war der zweite. Aussen hat die Decke einen flauschigen Teddyüberzug in Beige-Grau, im Innenfutter befinden sich hunderte kleine Glasperlen, die für ordentlich Gewicht sorgen.

Die Decke, die ich vom Münchner Start-up Levia zum Testen erhalten habe, ist mit ihren sieben Kilogramm an mein Körpergewicht angepasst. Je schwerer man ist, desto mehr sollte die Decke wiegen – die Hersteller empfehlen rund 10 bis 15 Prozent des eigenen Körpergewichts.

Umarmung für den Geist

Für den ersten Test gehts aufs Sofa. Das hat mir Louis von Otto, einer der beiden Levia-Gründer, so geraten. "Damit sich der Körper ans Gewicht gewöhnen kann." Gewöhnungsbedürftig ist das Ganze tatsächlich: Es fühlt sich an, als hätte man mich im Sand eingebuddelt – der Druck auf der Brust ist etwas unangenehm und ich habe anfangs das Gefühl, als würde mir die Decke die Luft abklemmen.

Nach einer Zeit scheint sich mein Körper ans Gewicht gewöhnt zu haben, das Unwohlsein verfliegt. Unter der Decke zu liegen, ist jetzt sogar ganz schön: Der Druck, den die Decke auf meinen Körper ausübt, soll dem Gehirn dasselbe Signal vermitteln, das bei einer Umarmung entsteht. Dahinter steckt eine Methode namens Deep Pressure Touch Stimulation (DPTS).

Gewichtsdecken machen sich DPTS zu Nutze, um die Produktion der Hormone Serotonin und Melatonin anzukurbeln, die für einen erholsamen Schlaf und ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit sorgen. Gleichzeitig soll DPTS den Cortisolspiegel im Körper senken und Stress und Ängste mindern.

Studie bestätigt Wirksamkeit

Gewichts- oder Therapiedecken werden bereits seit Jahren bei Angststörungen, Depression, ADHS und Autismus angewendet und erzielen dabei grosse Erfolge. Bei einer Studie an der University of Massachusetts berichteten 63 Prozent der Teilnehmenden über nachlassende Ängste. 78 Prozent bevorzugten die Gewichtsdecke als beruhigendes Mittel.

Neu ist, dass die Decken als Wundermittel zum Ein- und Durchschlafen für jedermann beworben werden. In meinem Fall völlig zurecht: Unter dem wohligen Gewicht der Decke schlafe ich im Nullkommanix ein und penne wie ein Murmeli. Die Schwere der Decke scheint meinem Hirn tatsächlich zu vermitteln: “Schlafenszeit. Jetzt.”

Redaktorin Gloria im Schlafmodus

Redaktorin Gloria im Schlafmodus unter ihrer Gewichtsdecke.

Anders als angenommen ist es unter der Decke nicht erdrückend heiss – jetzt im Frühling wärmt sie perfekt. Falls der abnehmbare Teddystoff im Sommer zu warm ist, kann ich die Innendecke direkt in einen Duvetbezug packen.

Ein Problem bringt die Decke allerdings mit sich: Weil es in meinem Bett jetzt plötzlich noch mummeliger ist als vorher, fällt es mir morgens plötzlich ultraschwer aufzustehen. Statt dass ich summend zum ersten Abgehen des Radiowecker aufstehe, strapaziere ich den Snoozebutton momentan aufs Äusserste. Fazit: Gewichtsdecken sind eine tolle Sache – vorausgesetzt, man hat jemanden, der einen morgens darunter hervorzieht.

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