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Frauen sind die besseren Ärzte

von Gina Buhl

20 AUGUST 2018

Health

Das behaupten nun zumindest Wissenschaftler der University of Minnesota. Ihnen zufolge kann es über Leben und Tod entscheiden, ob man von einer Frau oder einem Mann behandelt wird.

Seit Jahren schon belegen Studien, dass sich weibliche und männliche Ärzte in ihrer Behandlungpraxis deutlich voneinander entscheiden: Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen aus den USA zeigen zum Beispiel, dass sich Frauen strikter an klinische Vorgaben halten und ihre Patienten bei Vorsorgeuntersuchungen sorgfältiger beraten sollen. Dass diese Unterschiede im schlimmsten Fall sogar über Leben und Tod entscheiden können, wollen Wissenschaftler der University of Minnesota jetzt beweisen.

Die Ergebnisse sind deutlich

Ihre Studie, die über zwei Jahrzehnte an mehr als 580'000 Herzpatientinnen und -Patienten aus Florida durchgeführt wurde, zeigt: Weibliche Patientinnen sterben signifikant öfter, wenn sie von männlichen Ärzten behandelt werden. "Die Überlebensraten waren für Patientinnen zwei bis drei Mal höher, wenn sie von Ärztinnen betreut wurden", so die Wissenschaftler. Schon 2016 kam eine Studie der Harvard-Universität zu den gleichen Ergebnissen. Könnte es also tatsächlich sein, dass Frauen die besseren Ärzte sind?

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Kommunikation is key

Gut möglich, wie die Kardiologin und Co-Autorin der Studie Dr. Nieca Goldberg vom Joan H. Tisch Center for Women's Health im Interview mit der "New York Times" erklärt: "Natürlich versuchen sowohl weibliche als auch männliche Ärzte ihre Patientinnen und Patienten zu retten", so die Wissenschaftlerin. "Aber auch meine Patientinnen bestehen regelmässig auf eine Behandlung bei Ärztinnen, weil sich männliche Kollegen unter anderem weniger Zeit nehmen würden". Es reiche eben nicht, eine genaue Diagnose zu stellen und medizinische Details zu besprechen. Patienten wollen gehört werden und sich in ihren Ängsten verstanden fühlen, so die Ärztin weiter.

Die Ergebnisse aus Florida bestätigt das. Denn obwohl sich die Wissenschaftler noch nicht wirklich auf konkrete Gründe festlegen wollen, nennen sie die Unterschiede in der Kommunikation als mögliche Erklärung für die drastischen Unterschiede: "Es könnte sein, dass Ärztinnen einfach besser kommunizieren und zuhören können – und ihre Patienten weniger unterbrechen." Sprich: Sie sind feinfühliger und nehmen im Gespräch mit den Patienten selbst kleinste Hinweise wahr – was Leben retten kann.

Das Autoren-Team warnt aber davor, männliche Ärzte aufgrund der Ergebnisse pauschal als schlechter abzustempeln: "Es sollte vielmehr darum gehen, jemanden zu finden, der einem zuhört und ein gutes Gefühl vermittelt – egal ob männlich oder weiblich."

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