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Flaschengärten sind auch was für Pflanzen-Dummys

von Gloria Karthan

14 MÄRZ 2019

Food & Home

Flaschengärten sind auf Insta gerade überall. Das Schöne daran: Die pflegeleichten Mini-Ökosysteme kann man easy selber machen.

Die grossblättrigen Pflanzen Monsteras – und neuerdings auch Orchideen – sind zwar trendy, können aber auch ganz schön zickig sein. Kaum gibt man zu viel oder zu wenig Wasser oder stellt die Dinger zu nah ans Fenster, bestrafen uns die Pflänzli mit braunen Blättern und herabfallenden Blüten.

Beim Flaschengarten gibts diese Probleme nicht, denn bei ihm handelt es sich um ein geschlossenes Ökosystem, das genauso funktioniert wie unsere Erde – einfach in klein.

Das Wasser verdunstet mit der Zeit, sammelt sich oben und tropft wieder auf die Pflanzen. Wasser, Gase und Nährstoffe regenerieren sich genau so, um Leben in der sogenannten Hermetosphäre aufrechtzuerhalten.

Wer ein paar einfache Punkte beachtet, kann das Glas jahrelang in der Wohnung stehen lassen und muss es höchstens alle paar Wochen von aussen abstauben. Das geht auch ohne grünen Daumen.

So kann man einen Flaschengarten selber machen

Man kann Hermetosphären fixfertig kaufen, in Zürich etwa bei The New New. Oder man bastelt sich einfach einen selber, das ist günstiger und dazu noch eine schöne Sonntagsbeschäftigung.

Das braucht ihr für euren Flaschengarten: Ein Glas in Wunschgrösse (etwa ein Weckglas oder eines mit Kork-Verschluss), Substrat (zum Beispiel Kies oder Blähton), Gartenerde, Pflänzli und Moos, Steine als Deko, eventuell Asseln aus dem Terrarienbedarf

  • Flasche vorbereiten: Die Flasche ausspülen, am besten mit kochendem Wasser oder Alkohol – damit sich keine schädlichen Keime sammeln.
  • Flasche befüllen: Eine ein paar Zentimeter hohe Schicht Substrat in die Flaschen geben. Sie sorgt dafür, dass das Wasser gut abfliesst und die Erde nicht schimmelt. Danach kommt eine Schicht Gartenerde.
  • Pflanzen setzen: Als dritter Schritt wird die Fläche begrünt. In der Flasche herrschen fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und es ist recht warm, darum fühlen sich vor allem tropische Pflanzen, die man normalerweise in Terrarien findet, wohl. Wer will, kann noch etwas Moos ins Glas geben. In der Erde befinden sich Kleinstlebewesen, die abgestorbene Pflanzenteile zersetzen. Wer die unterstützen will und keine Angst vor Krabbeltieren hat, kann sich beim Terrarienbedarf ein paar kleine weisse Asseln oder Springschwänze holen.
  • Flaschengarten verzieren: Fakultativ kann man den Garten mit Steinen oder Muscheln verzieren. Hier dürft ihr ruhig kreativ werden und zum Beispiel kleine Figuren in den Garten stellen.
  • Pflänzli wässern: Die Pflanzen ganz sparsam wässern. Am besten mit einer Pipette tropfenweise Wasser auf die Pflanzen geben. Am Boden des Glases sollte sich kein Wasser sammeln, aber das Substrat sollte leicht nass sein.
  • Flaschengarten verschliessen: Den Flaschengarten lässt man so lange offen, bis sich am Boden kein Wasser mehr sammelt und die Wände nicht mehr beschlagen. Dann heissts Deckel drauf und sich am Mini-Ökosystem erfreuen.

Pflegetipps für den Flaschengarten

Eure Flasche stellt ihr am besten an einen Ort mit viel Licht, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung, zum Beispiel ein Nordfenster. Dreht das Behältnis regelmässig, damit alle Pflanzen gleich viel Sonne abbekommen.

Etwa einmal im Jahr solltet ihr den Wassergehalt überprüfen und eventuell etwas Wasser nachfüllen. Denn selbst bei sehr dicht erscheinenden Weckgläsern entweichen mit der Zeit Wassermoleküle.

Falls ihr Asseln eingesetzt habt, diese aber nie seht, keine Sorge. Die Tierchen sind nachtaktiv und kommen nur im Dunkeln raus. Vielleicht auch ganz gut so.

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