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4 Ideen für unvergessliche Ferien ohne Flugzeug

von Gloria Karthan

4 APRIL 2019

Life

Auch ohne klimaschädliche Flüge kann man tolle Ferien machen. Für diese Destinationen bleiben wir auf dem Boden.

Mal eben für ein Party-Wochenende nach Berlin jetten, spontan zum Sünnele nach Korsika oder mit dem Flugzeug zum Shoppen nach London: Billige Flugpreise machens möglich.

Laut australischen Forschern ist der Tourismus für 8 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich. Auch für den individuellen ökologischen Fussabdruck gibts nichts Schlimmeres als Fliegen: Der CO2-Austoss eines Fluges nach New York und zurück entspricht sieben Wintern ökologisch Heizen oder fast zwei Jahren vegetarisch Essen. Autsch!

In Schweden wird der Begriff "Flygskam" (auf Deutsch: Flugscham) immer populärer. Die Aktion "Flight Free 2020" will, dass 100'000 Einwohner eines Landes per Unterschrift bestätigen, dass sie im kommenden Jahr dem Klima zuliebe auf dem Boden bleiben. Länder wie Schweden, England, Dänemark und Belgien machen bereits mit.

Ein Jahr nicht fliegen? Wie soll man da noch anständig Ferien machen können? Ganz easy. Wir hätten da vier Ferien-Ideen ohne Flugzeug, bei denen es ganz unterschiedliches zu sehen gibt. Und stets was anderes, als man es von Daheim kennt.

Südseefeeling in Albanien
Strand in Ksamil
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Ksamil: So schön kann das Mittelmeer sein.

Wo?

Im Südwesten Albaniens befindet sich die albanische Riviera, ein unbebauter Küstenabschnitt am ionischen Meer, der eine echte Natural Beauty ist.

Warum?

Weisser Sand, türkisblaues Wasser, verlassene Buchten: Würde man noch ein paar Palmen pflanzen, könnten es diese Strände locker mit jenen in Bora Bora aufnehmen.

Was?

Den kleinen Badeort Ksamil ganz im Süden besuchen und auf eine der vorgelagerten Mini-Felsinseln schwimmen. Von Saranda aus, ein paar Kilometer weiter nördlich, ist man ausserdem mit dem Tragflügelboot in nur 30 Minuten auf der griechischen Insel Korfu, wo man zwischen atemberaubenden Steilküsten und üppigen, grünen Hügeln noch ein paar Tage länger ausspannen kann.

Wie?

Mit dem Zug gehts morgens nach Ancona in Italien (7 Stunden via Mailand). Dort fährt die Fähre über Nacht nach Durrës in Albanien (15 Stunden). Für die Reise mit dem Mietauto von Durrës nach Ksamil solltet ihr besser einen ganzen Tag einplanen, auch wenn der Weg theoretisch in weniger als vier Stunden möglich wäre. Auf albanischen Strassen kommt man nicht ganz so schnell voran wie hierzulande und unterwegs gibts mehrere Nationalparks zu entdecken – etwa Divjaka-Karavasta mit wilden Flamingos und Pelikanen.

Norditalien für Nomaden
Lucca Stadt
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Lucca: Vom Torre Guinigi aus hat man einen richtig tollen Ausblick.

Wo?

Florenz ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Roadtrip durch den Norden Italiens. Die Städte Lucca, Pisa und Bologna verzaubern nicht nur Architekturfreaks, und weiter nördlich sorgen die Cinque Terre für Schnappatmung.

Warum?

Dank des guten Strassennetzes kommt man schnell von A nach B, jede Stadt versprüht ihren ganz eigenen Charme und ab Mai gibts überall Scorzone, schwarzen Sommertrüffel. Der schmeckt fantastisch und schont, im Gegensatz zum weissen Pendant, das es ab Herbst gibt, euer Portemonnaie.

Was?

Touri-Hotspots wie den Dom in Florenz und den schiefen Turm von Pisa am besten direkt auslassen. Selbst als Frühaufsteher steht man dafür stundenlang an. Auch die Cinque Terre und San Gimignano sind fast ganzjährig völlig überlaufen und darum besser in einem Tagesausflug zu besuchen. Umso mehr lohnt es sich, durch das mittelalterliche Lucca zu flanieren und unterwegs in unbekannten Dörfli einzukehren. Jenseits der Touristenfallen ist das Essen sowieso immer grandios.

Wie?

Mit dem Zug ist man ruckzuck in Florenz: Ab Zürich und Bern verkehren Direktzüge nach Mailand. Nach weniger als 6 Stunden und mit nur einmal Umsteigen ist man schon mitten in der Altstadt von Florenz. Zum nächsten Mietwagenanbieter ists nicht weit und die genannten Städte sind allesamt in weniger als 2 Stunden erreichbar.

Baden in Budapest
Budapest: Im Gellert-Bad entspannt man in Art-Déco-Ambiente.
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Budapest: Im Gellert-Bad entspannt man in Art-Déco-Ambiente.

Wo?

Auch wenn die politische Stimmung im Land etwas aufgeheizt ist: Ungarns Hauptstadt Budapest ist definitiv eine Reise wert.

Warum?

Weil man hier auch ohne Meer überall baden gehen kann. Ungarn ist wie die Schweiz ein Binnenland. In Budapest gibts dafür mehr als 20 öffentliche Bäder, was die Stadt zur grössten Kurstadt in Europa macht. Im prächtigen Jugendstil-Thermalbad Gellert kann man zwischen bunten Mosaikplättli und riesigen Säulen entspannen. Das osmanische Király-Bad gibts seit 1656 – ein echter Geheimtipp.

Was?

Im jüdischen Viertel Budapests gibts zahlreiche Ruinenbars, welche Studenten in zerfallenen Häusern und verlassenen Hinterhöfen eröffnet haben. Die bekannteste Ruinenbar ist das Szimple Kert. Im Csendes Létterem treffen sich die Einheimischen. Wer bis morgens clubben will, macht das im Innenhof des Doboz.

Wie?

Nachdem die SBB und die deutsche Bahn vor einigen Jahren aus dem Nachtzug-Business ausgestiegen sind, verkehren von der Schweiz aus nur noch wenige Nachtzüge der ÖBB. Diese Verbindung ist eine davon: Der Nightjet fährt in unter 12 Stunden direkt von Zürich nach Budapest.

Flugfrei nach Marokko
Gibraltar: Mit der Seilbahn gehts auf den Fels von Gibraltar, wo einen wilde Affen und eine Aussicht bis nach Afrika erwarten.
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Gibraltar: Mit der Seilbahn gehts auf den Fels von Gibraltar, wo einen wilde Affen und eine Aussicht bis nach Afrika erwarten.

Wo?

Bei diesem Trip ist der Weg das Ziel – zwei Wochen Ferien müssens da schon sein. Via Zwischenstopp in Barcelona und Alicante – zwei Orte, an denen man gut einen oder zwei Tage rumbringt – gehts weiter bis nach Gibraltar. In weniger als einer Stunde kann man von da aus nach Afrika rüberschippern.

Warum?

Gibraltar ist eine Klasse für sich: Geografisch befindet man sich am südlichsten Zipfel Spaniens. Doch da es sich um ein britisches Überseegebiet handelt, wird in Gibraltar Englisch gesprochen. Auf dem Felsen von Gibraltar gibts wilde Affen zu sehen. Die frechen Berberaffen sind die einzigen freilebenden Primaten in Europa.

Was?

Gerade mal 14 Kilometer entfernt, auf der anderen Seite der Meerenge von Gibraltar, liegt Marokko. Von Tarifa aus ist man per Schiff in nur 45 Minuten in der charmanten Künstlerstadt Tanger. Dort trinkt man zuckersüssen Pfefferminztee, feilscht an den Souks oder flaniert nachts wie in Jim Jarmuschs Vampir-Film "Only Lovers Left Alive" durch die Gassen.

Wie?

Ab Genf fährt nachts ein direkter Flixbus nach Barcelona (10,5 Stunden). Von da aus gehts in 5 Stunden ohne Umsteigen in die Hafenstadt Alicante. Die Reise geht der Küste entlang weiter im Nachtbus (10 Stunden) bis nach Gibraltar.

Übrigens: Wer sich generell für nachhaltigeres Reisen interessiert, findet hier 6 Tipps.

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