Lyndsey Scott
AFP

Ex-Topmodel wird im neuen Job nicht ernst genommen

von Marie Hettich

12 SEPTEMBER 2018

Job & Budget

Ex-Victoria's-Secret-Engel Lyndsey Scott hat als Software-Entwicklerin Karriere gemacht. Die Kommentare unter einem aktuellen Insta-Post lassen erahnen, wie die 34-Jährige tagtäglich mit Sexismus zu kämpfen hat.

Wäre Angela Merkel vor 13 Jahren die erste deutsche Bundeskanzlerin geworden, auch wenn sie ganz anders ausgesehen hätte? Zum Beispiel so wie Lyndsey Scott? Superschlank, mit Wallemähne, Zahnpasta-Lächeln, dunklen Katzenaugen, engen Klamotten (und dunkelhäutig? Aber das ist nochmal ein anderes leidiges Thema)? Wohl kaum. Bis heute gilt: Wenn Frauen unbedingt oben mitmischen möchten, dann bitte mit so wenig typisch-weiblichen Attributen wie nur möglich.

Lyndsey Scott, ehemaliges Topmodel und Victoria's-Secret-Engel, musste erst vor ein paar Tagen wieder mal erfahren, was es heisst, eine Frau zu sein, die dem gängigen Schönheitsideal von Kopf bis Fuss entspricht – aber mehr vom Leben möchte, als den Catwalk hoch- und runterzuschweben. Schon in jungen Jahre brachte sich die US-Amerikanerin das Programmieren bei. Heute macht die 34-Jährige in der männerdominierten IT-Welt als Software-Entwicklerin Karriere. Doch einige Follower des Insta-Accounts Coding Engineer weigerten sich strikt, Lindsays ausserordentliche Skills anzuerkennen.

Eine kleine Auswahl der sexistischen Kommentare: "Sie programmiert? Was für eine Verschwendung", "Alles, was mich interessiert, ist wie Gott ihren Body programmiert hat", "Sie hat sicher nur irgendein schäbiges Programm entwickelt" oder "Nur weil sie ein paar Sachen drauf hat, heisst das noch lange nicht, dass sie eine gute Programmierin ist."

Irgendwann schaltete sich Lyndsey persönlich ein: "Ich habe 27481 Punkte bei Stack Overflow, ich bin im iOS-Tutorial-Team von RayWendelich.com, ich bin die führende Software-Entwicklerin bei Rally Bound (...), ich habe in Amherst meinen Bachelor in Computerwissenschaften und Theater gemacht (...). Wenn ich mir diese Kommentare so anschaue, wundert es mich nicht, dass 41% der Frauen ihre Technik-Karrieren an den Nagel hängen, weil ihnen am Arbeitsplatz Feindseligkeit entgegenschlägt."

Eine weitere Insta-Userin wählte noch deutlichere Worte: "Hach, schaut euch all diese mickrigen, unsicheren Männer an. Habt ihr Angst vor Konkurrenz? Lol."

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