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Lukasz Wierzbowski

Jeder fünfte Millennial hat keine Freunde

von Gina Buhl

7 AUGUST 2019

Life

30 Prozent aller Millennials in den USA fühlen sich immer einsam, wie eine aktuelle Umfrage ergeben hat. Jede fünfte befragte Person gibt sogar an, keinen einzigen Freund zu haben.

Depressionen, Angsterkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs und Demenz – das alles sind die Folgen anhaltender Einsamkeit, wie zahlreiche Studien in den letzten Jahren belegen konnten. Wer jetzt denkt, dass dies die Probleme älterer Menschen wären, irrt aber gewaltig: Erschreckenderweise sind Millennials nämlich die einsamste Generation von allen. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov ergeben.

30 Prozent fühlen sich immer einsam

Für den "Lonelyness-Report" wurden 1'254 über 18-Jährige aus den USA befragt, wie oft sie sich einsam fühlten. Ganze 30 Prozent der Millennials gaben an, dass das eigentlich immer der Fall sei. Das sind drei von zehn Menschen. Ziemlich schockierend, wenn man bedenkt, dass es bei der Generation X (die zwischen 1961 und 1981 Geborenen) nur 20 Prozent, bei den Baby Boomern (die zwischen 1946 und 1961 Geborenen) gerade mal 15 Prozent sind.

Es wird noch trauriger: 27 Prozent der Millennials gaben an, dass sie keine engen Freunden haben. Der Wert, der einem beim Scannen der Umfrage aber mit einem grossen Kloss im Hals zurück lässt, ist folgender: 22 Prozent aller befragten Millennials haben keinen einzigen Freund beziehungsweise Freundin.

Auch in der Schweiz ein Problem

Bloss ein Problem der grossen, weiten USA? Nein. Die Ergebnisse der Yougov-Studie decken sich nämlich mit aktuellen Zahlen aus der Schweiz. Wie der "Tagesanzeiger" Ende Juli berichtet hat, betrifft das tägliche Gefühl der Einsamkeit auch hierzulande fast die Hälfte aller 15- bis 24-Jährigen.

Doch woran mag das liegen? Die Forschenden können nur mutmassen: "Aufgrund vorangegangener Studien könnte die soziale Isolation, die von Sozialen Medien ausgelöst wird, eine Erklärung dafür sein", so die US-Umfragen-Leiterin Jamie Ballard.

Auch bei den Schweizer Umfragewerten wird die Verschiebung der sozialen Interaktion ins Netz als Grund genannt. Auch gestiegene Zahlen an Kinderlosen und Scheidungen, sowie ein Anstieg sozialer und geografischer Mobilität könnten Erklärungen für die grosse Einsamkeit sein.

Lasst uns darüber sprechen

Klar ist: Wir müssen darüber sprechen damit dieses Thema sein Stigma verliert – vor allem unter uns jungen Menschen. Natürlich gibt niemand gern zu, am Wochenende schon wieder alleine auf dem Sofa gelegen zu haben, weil da niemand ist. Sollten wir aber: Damit der Eindruck, mit dem Gefühl der Einsamkeit auch noch alleine zu sein, verschwindet.

Du fühlst dich einsam? Hier gibts Sofort-Hilfe:

- Sorgentelefon 143

- Sorgentelefon 147 von Pro Juventute

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