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Eine Petition will günstigere Tampons für Schweizerinnen

von Gloria Karthan

3 FEBRUAR 2019

Life

Menstruieren ist kein Luxus, dennoch müssen Schweizer Frauen auf Hygieneartikel höhere Mehrwertsteuer zahlen als auf Kaviar. Eine neue Petition will das jetzt ändern.

Eine durchschnittliche Frau menstruiert zwar rund rund 444-mal im Leben, dennoch gehören Tampons, Binden und Slipeinlagen nicht zum täglichen Gebrauch. So befindet es zumindest das Schweizer Gesetz.

Denn anders als auf Lebensmittel, Medikamente und weitere Güter des täglichen Bedarfs müssen Frauen in der Schweiz 7,7 Prozent Mehrwertsteuer auf ihre Hygieneartikel bezahlen. Und das, während Produkte wie weisser Trüffel, Viagra und Blumensträusse als alltäglich gelten und mit nur 2,5 Prozent besteuert werden.

In der Schweizer Politiklandschaft ist die Besteuerung von Damenhygieneartikeln immer wieder Thema. Anfang Dezember hat SP-Nationalrat Jacques-André Maire eine entsprechende Motion eingereicht, um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

Ein ähnlicher Versuch wurde 2018 vom Parlament abgeschmettert. "Die Unterscheidung in 'grundlegende' und 'nicht grundlegende' Hygieneartikel würde zu unzähligen Abgrenzungsfragen und zusätzlichem administrativem Aufwand führen", hiess es damals seitens des Bundesrats. Eine neue Petition mit dem treffenden Namen "Bloody unfair" will das Parlament jetzt endlich zum Handeln bewegen.

Der Bundesrat

im Februar 2018

"Die Unterscheidung in 'grundlegende' und 'nicht grundlegende' Hygieneartikel würde zu unzähligen Abgrenzungsfragen und zusätzlichem administrativem Aufwand führen"

Die Änderung wäre nicht fortschrittlich, sondern längst überfällig – und sie würde den Beispielen vieler anderer Ländern folgen. Australien beispielsweise schaffte zum Jahreswechsel die Tamponsteuer komplett ab. Auch in Kanada, dem Libanon, Indien und Irland sowie den afrikanischen Ländern Nigeria, Tansania und Kenia gibt es eine Nullprozentsteuer auf Damenhygieneartikel.

In Schottland werden seit Kurzem an allen Schulen und Unis gratis Tampons und Binden zur Verfügung gestellt. In Deutschland läuft gerade eine ähnliche Petition wie bei uns, die schon über 125’000 Mal unterschrieben wurde. Davon ist das Schweizer Pendant noch weit entfernt – mit erst wenigen Hundert Unterschriften ist bei "Bloody Unfair" definitiv noch Luft nach oben.

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