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Ein Kuss zwischen zwei Rugby-Spielerinnen sorgt für Gesprächsstoff

von Stephanie Vinzens

25 JUNI 2018

Life

Nach einem wichtigen Rugby-Spiel küssen sich zwei Spielerinnen, die zuvor gegeneinander gespielt haben. Das passt vielen Sportfans so gar nicht.

Freitagabend nach einem grossen australischen Rugby-Match: Die Sportlerinnen Karina Brown und Vanessa Foliaki, die in gegnerischen Teams spielen, küssen sich nach dem Abpfiff erleichtert auf den Mund – und zwar mitten auf dem Platz, vor der Kamera.

Die beiden Frauen sind seit vier Jahren ein Paar und spielen eigentlich im selben australischen National-Team, den Jillaroos. Für die State of Origin Spiele, einem der bedeutendsten Sport-Events in Australien, müssen sie jedoch unterschiedliche Staaten vertreten. Foliaki spielt für die New South Wales Blues – Gewinner des Abends –und Brown ist Kapitänin der Queensland Maroons.

Gegeneinander zu spielen, sei die bisher grösste Herausforderung in ihrer Beziehung gewesen. Besonders Foliaki soll kurz vor den Spielen jeweils ziemlich skrupellos werden. “Sie blockiert meine Telefonnummer, so ernst ist es ihr”, erzählt Brown in einem Interview mit NRL

Gemischte Reaktionen auf Social Media

Sowohl die National Rugby League als auch die Women's Rugby League haben das Kuss-Foto der beiden auf ihren Social-Media-Kanälen  gepostet. Die Reaktionen darauf? Gemischt. Während es in den Kommentarspalten zwar auch Wohlwollendes zu lesen gab, wurde die Stimmung von den Hate-Kommentaren getrübt.

Twitter-Userin Lydia kann den Kuss zwischen den zwei Frauen kaum ertragen: "Da wird mir übel. Wir müssen so eine Scheisse nicht sehen, ernsthaft." Auch Facebook-User Nick ist erzürnt: "Was zur Hölle ist nur los mit dieser Welt?" Und FB-User David sieht das Foto gar als Beweis dafür, dass Frauen im Rugby nichts zu suchen haben: "Das hat doch nichts mit dem Spiel zu tun??? Genau deshalb passen Frauen und gewisse Sportarten nicht zusammen. Spielt das Spiel und hört auf, eine Message verbreiten zu wollen." 

Die National Rugby League verteidigt die Spielerinnen

Umso erfreulicher ist jedoch, wie die die National Rugby League auf Facebook für die Spielerinnen einsteht. Einem Kritiker antwortet der Sportverband: "Hey Matt, willkommen in 2018... wir können es kaum erwarten, bis du auch ankommst!" Ausserdem machen sie klar: "Wenn wir ein Kuss-Foto von Spieler Cooper Cronk und seiner Frau posten, dann können wir das auch bei Karina Brown und Ness Foliaki tun."

Es ist nicht das erste Mal, dass die NRL sich für die LGBTQI-Community einsetzt. Schon Ende letzten Jahres hat sie öffentlich die Ehe für alle unterstüzt – die schlussendlich auch angenommen wurde. In einem Interview sagt Foliaki über die Rugby-Liga: "Alle wollen, dass wir heiraten." Diese Offenheit des Verbandes und die Unterstüztung der Coaches helfe ihnen, sich im Sport willkommen zu fühlen. Jetzt muss diese Mentalität wohl nur noch bei den Rugby-Fans ankommen.























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