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Schon mal was von Dopamin-Fasten gehört?

von Anaïs Rufer

17 DEZEMBER 2019

Health

Wer seinen Dopamin-Ausschuss auf ein Minimum reduziert, soll damit sein Hirn resetten. Techies im Silicon Valley setzen nun auf den kompletten Reizentzug.

Alkohol-Fasten, Zucker-Verzicht und Intervallfasten kennen wir. Aber was bitte ist Dopamin-Fasten? Einige Unternehmer und Unternehmerinnen aus dem Tech-Bereich verzichten dazu fast vollständig auf äussere Reize. Sie vermeiden Körper- und Blickkontakt, jegliche Konversationen und anstrengende körperliche Aktivitäten. Manche hören sogar komplett auf zu essen. Das Ziel: Der Reizentzug soll das Hirn detoxen.

Der Trend, der in der Tech-Szene aktuell ungesunde Ausmasse erreicht, stammt ursprünglich von Psychologieprofessor Dr. Cameron Sepah von der Universität in San Francisco. Er hat eine Anleitung zum sogenannten Dopamine Fasting publiziert, und erklärt, wie das Prinzip funktioniert: "Indem wir Gewohnheiten einstellen, die für eine extrem hohe und vor allem wiederholende Dopaminausschüttung verantwortlich sind, ermöglichen wir unserem Gehirn, dass es sich erholt."

Dopaminmaschine läuft auf Hochtouren

Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der – einfach gesagt – Glücksgefühle auslöst und motivationssteigernd wirkt. Das passiert unter anderem beim Mampfen von Schoggi, beim Schauen einer Komödie, beim Onlineshoppen, beim Flirten oder wenn man für einen Insta-Post ganz viele Likes bekommt. Unsere Dopaminmaschine ist bei Aktivitäten wie diesen in vollem Gange.

Längerfristig gewöhnt sich unser Körper an die immer höheren Mengen Dopamin. Dies führt laut dem Psychologieprofessor dazu, dass Menschen solche Tätigkeiten immer exzessiver und häufiger ausführen. Um dem entgegenzuwirken, sollte zum Beispiel für eine gewisse Zeit auf problematische Apps und Internetseiten, Masturbation und Sex, Shopping, leckeres Essen und sonstige Dopamin-Kicks verzichtet werden.

Dopamin-Fasten gleicht Kloster-Aufenthalt

Eigentlich ist Dopamin-Fasten keine schlechte Sache. Im Silicon Valley wurde das Prinzip allerdings völlig missverstanden. Von Dr. Cameron Sepah werde diese Entwicklung ungern gesehen. Das Dopamin-Fasten sei nun zu einer modernen Version eines Kloster-Aufenthalts geworden.

Er betont in seiner Anleitung, dass die komplette Reduktion von Dopamin nicht zum Fasten gehöre. Es gehe lediglich darum, impulsives Verhalten zu reduzieren, das durch langfristigen, exzessiven Dopaminausschuss ausgelöst wird. Deswegen gleich Konversationen, Blicke und jegliche Art von Stimulation zu vermeiden, sei alles andere als förderlich.

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