epilepsie
Instagram sophienettie

Dieses Model zeigt seine Epilepsie auf Insta

von Marie Hettich

21 NOVEMBER 2018

Health

Die Britin Sophie Wilson-Smith hat auf Instagram einen ihrer epileptischen Anfälle gepostet. Ein mutiger und wichtiger Schritt.

Das Insta-Profil der 24-jährigen Sophie Wilson-Smith, Studentin und Model aus Grossbritannien, sieht auf den ersten Blick ziemlich gewöhnlich aus. Wobei, noch ein bisschen nackter als gewöhnlich vielleicht: Abwechselnd postet sie Duckface-Selfies, Oben-Ohne-Pics aus dem Badezimmer oder Bilder von ihrem Po in Calvin-Klein-Tangas.

Vor ein paar Tagen hat sich aber eine Videosequenz in ihre Insta-Story geschlichen, die nun um die halbe Welt geht und "Refinery 29" zu einem Interview mit Sophie veranlasst hat. Diese Videosequenz ist in der Tat der Rede wert – vielleicht gabs sowas auf Insta sogar noch nie: Die Studentin hat sich dabei gefilmt, während sie ein epileptischer Anfall überkommt.

"Ich bin allein und hatte gerade einen partiellen Anfall ... und ich glaube, da kommt nochmal einer", sagt Sophie mit zuckender Hand und schwacher Stimme im Video, während sie auf ihrem Bett sitzt. Das nächste Wort, das sie sagen möchte, ist schon nicht mehr zu verstehen – und dann hört sie ganz auf zu reden. Ein typisches Symptom für die Hirnerkrankung, bei der sich plötzlich Nervenzellen im Gehirn entladen und dadurch verschiedene Muskelgruppen im Körper sekunden- oder minutenlang krampfen.

Das Besondere an Sophies Epilepsie: Ihre Anfälle sind von aussen kaum zu erkennen. Den meisten sind nur epileptische Anfälle geläufig, bei denen Betroffene in sich zusammensacken und am ganzen Körper zu zucken beginnen. Aber Epilepsie kann ganz verschieden aussehen.

"Als würde mein Herz rausspringen"

"Manchmal macht das meine linke Körperseite plötzlich, ich krieg dann kein Wort mehr raus", erklärt Sophie, sichtlich ausser Atem, als sie auch ihren zweiten Anfall überstanden hat. "Es fühlt sich an, als würde mein Herz rausspringen. Und ich bin plötzlich weg – ich bekomme nichts mehr um mich herum mit." Sie beginnt zu weinen: "Ich bin danach jedes Mal sehr aufgewühlt, weil es so unheimlich ist, was da mit mir passiert."

Nach unzähligen Anfällen wurde bei Sophie erst im Sommer Epilepsie diagnostiziert. Eine Erleichterung: Seitdem bekommt sie Medikamente, die die Anzahl der Anfälle stark reduzieren oder sie sogar ganz eindämmen können. "Mit meinem Video wollte ich zeigen, dass unsichtbare Krankheiten genauso wichtig sind wie sichtbare. Und dass sie einen mental gleichermassen fertig machen können. Dass sie Angst machen und bei manchen Betroffenen zu Depressionen führen", so die 24-Jährige zu "Refinery 29".

Angst vor Anfällen in der Öffentlichkeit

Weiter erzählt sie: "Natürlich habe ich immer noch Schiss, dass ich in der Öffentlichkeit einen Anfall bekomme und die Leute dann denken, ich sei irgendwie komisch. Aber ich habe realisiert, dass das vor allem mit meinen eigenen Unsicherheiten zu tun hat. Ich bin gerade dabei, zu lernen, dass die Krankheit ein Teil von mir ist – und falls das andere nicht akzeptieren können, soll mir das egal sein."

Hier gibts mehr Infos über Epilepsie sowie Hilfe für Betroffene und Angehörige.

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend