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Courtesy of Gucci

Dieser Gucci-Pulli macht Twitter-User rasend

von Gina Buhl

8 FEBRUAR 2019

Fashion

Ein Balaclava-Pulli von Gucci sorgt auf Twitter für haufenweise Rassismus-Anschuldigungen. Das High-Fashion-Label hat sich mittlerweile für das Design entschuldigt.

2014 wurde "Blackfacing" zum Anglizismus des Jahres gekürt: Das Wort bezeichnet die Schmink- und Verkleidungs-Aktion, die weisse Menschen ausüben, um in Filmen, Serien, im Theater, an der WM oder an Fasnacht wie Menschen mit dunkler Hautfarbe auszusehen.

Nun ist es zwar schon fünf Jahre her, dass die Wahl auf diesen Ausdruck gefallen ist – auf Twitter ist die Debatte um Blackfacing aber aktueller denn je: Denn Gucci, das Lieblingslabel der Fashionszene, wird gerade des Blackfacings beschuldigt. Schuld daran ist ein Pulli aus der Fall/Winter-Kollektion 2018.

Besagter Pulli ist schwarz, hat einen Rollkragen, der die Hälfte des Gesichts bedeckt, wenn man ihn nach oben zieht und einen übergrossen, ausgeschnittenen roten Mund (siehe Bild oben). Sein Design sei, so die Produkt-Beschreibung auf diversen Websites, angelehnt an gestrickte Retro-Sturmhauben namens Balaclava. Das Problem: Unzählige Twitter-User, wie etwa @stegosaurus, erkennen in dem Design noch etwas anderes:

"Diese überdramatischen roten Lippen und das sprichwörtlich schwarze Gesicht. Das ist ekelerregend!", schreibt Userin @stegosauraus. Auch @karyndeshields tweetet, dass sie eigentlich grosser Gucci-Fan sei, nach dieser Aktion aber nichts mehr vom Label wissen wolle. Ein anderer User meint: "Wenn ihr denkt, dass das ein 'Versehen' war, dann täuscht ihr euch. Labels machen so einen rassistischen Mist doch ständig. Dann entschuldigen sie sich und wir tragen ihr Zeug weiter."

Nicht der erste Blackfacing-Skandal

Nachdem der Shitstorm gestern die Gemüter der Twitter-User erhitze, reagierte das Team von Gucci schnell. Erst wurden die Strickpullover von sämtlichen Websites genommen, dann noch schnell eine Entschuldigung an die entrüstete Community nachgeschickt: Man möchte sich in aller Form für die vermeintlichen Beleidigungen entschuldigen. Die Wahrung von Diversity stehe an oberster Stelle in allen Entscheidungen, die Gucci treffe. Dieser Vorfall habe einen grossen Lern-Effekt für das gesamte Team.

Gucci reiht sich mit dem Blackfacing-Shitstorm in die Reihe von Rassismus-Vorwürfen ein, denen sich zuletzt auch andere Labels stellen mussten: Dolce&Gabbana hat etwa mit ihrem Werbefilm, in dem ein chinesisches Model unter Gekicher eine Riesenportion Spaghetti Napoli und eine Pizza mit Stäbchen verdrücken muss, für einen Affront gesorgt. Auch bei Prada gabs zuletzt Blackfacing-Vorwürfe: Ihre Schlüsselanhänger mit dunkler Haut und dicken, roten Lippen erinnerten an die stereotypen Karikaturen schwarzer Menschen aus dem 19. Jahrhundert.

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