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Diese Schweizer Start-ups bekämpfen Müllberge

von Marion Genetti

27 JULI 2018

Life

Du willst damit aufhören, Tag für Tag bergeweise Müll zu produzieren? Drei Schweizer Initiativen, die dir bei deinem Vorhaben helfen.

Die Umweltverschmutzung stinkt vielen gewaltig. Darum schliessen sich immer mehr Menschen dem Null-Abfall-Trend an, einem Lifestyle, der aus den USA kommt und auf fünf Prinzipien basiert: Müll vermeiden, reduzieren, wiederverwerten, reparieren und recyceln. Radikale Vertreterin dieser Philosophie ist etwa die Kalifornierin Béa Johnson, die den Blog "Zero Waste Home" betreibt: Sie und ihre Familie produzieren jährlich nur ein Einmachglas mit Müll. Doch auch in der Schweiz tut sich in punkto Abfallvermeidung was.

  • Foodwaste-App: Too Good To Go
    Sushi, Curry, Bäckereiwaren und andere Speisen für 4.95 Franken? Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es nicht, Apps wie Too Good To Go machen es möglich. Denn: "Verschwendung ist mit unserer App gegessen", versprechen die Betreiber. Das dänische Start-up hat 2015 eine Software lanciert, die Gastro-Betrieben die Möglichkeit bietet, Lebensmittel, die sonst im Mülleimer landen würden, am Ende des Tages vergünstigt zu verkaufen. In Zürich sind rund 60 Betriebe, unter anderem "Dean&David", die "Gärtnerei" und "Jelmoli" registriert. Und auch in Luzern, Basel, Bern und anderen Schweizer Städten kann man die App nutzen. Die Idee ist grandios, an der Umsetzung hapert es aber offenbar bisweilen noch: Testkäufer berichten auf verschiedenen Online-Foren, sie hätten schon vor verschlossenen Türen oder leeren Buffets gestanden.
  • Fundgrube für Kreative: Offcut
    Ob Plexiglas, Styroporplatten oder Holzzuschnitte: Bei Offcut wird aus Müll Geld gemacht. In einer Industriehalle in Basel werden Restposten gesammelt und für kleinen Preis an Künstler und Hobbybastler weiterverkauft. Simone Schelker, eine der drei Betreiberinnen, hat die Idee von einem Aufenthalt in Australien mitgebracht. Neben dem Materialmarkt bietet Offcut Themenabende an, mal geht es um die Herstellung von Störleder, mal um die Verarbeitung von Furnier. Vor kurzem haben drei befreundete Szenografen in ehemaligen Reparaturwerkstätten der SBB in Zürich einen "Offcut"-Ableger eröffnet. Sie hatten sich schon länger geärgert, wie viel Material sie nach jeder Inszenierung wegschmeissen mussten. Das soll sich nun ändern.
  • Verpackungsfreies Geschäft: Foifi
    Im ersten Zero-Waste-Laden in Zürich, dem Foifi, findet man alles, was es braucht, nur Plastiksäckli und anderes Verpackungsmaterial sucht man vergeblich. Denn wer hier das regionale Obst und Gemüse, Nudeln, Reis, Süssigkeiten oder Hygieneartikel shoppt, muss die Behälter dafür selbst mitbringen. Tara Welschinger, eine Kommunikationsexpertin, war von der Lebensphilosophie der Umweltaktivistin Béa Johnson so angetan, dass sie ihren Job kündigte und nach einem erfolgreichen Crowdfunding nun das Foifi betreibt. Der Name bezieht sich im Übrigen auf die fünf Prinzipien von Zero Waste – und er ist eine Liebeserklärung an den Kreis 5, wo  der Laden gleichzeitig auch Café und Veranstaltungsort ist. Nach dem ersten Geschäftsjahr zieht Welschinger eine positive Bilanz: Das entschleunigte Einkaufen, die Gespräche mit Gleichgesinnten und der Kaffee kämen sehr gut an.

Kennt ihr, liebe Leserinnen, noch weitere Zero-Waste-Projekte? Wir freuen uns auf eure Tipps in der Kommentarspalte!

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