Aufmacher_Courtesy-of-Netflix
Courtesy of Netflix

Diese Mens-Doku hat zu Recht einen Oscar abgeräumt

von Gina Buhl

25 FEBRUAR 2019

Entertainment

Die Kurz-Dokumentation "Period. End of Sentence" zeigt, wie die Periode in Indien noch immer stigmatisiert wird – und dass es Frauen gibt, die das dringend ändern wollen.

Als Rayka Zehtabchi die Bühne der 91. Academy Awards betritt, weint sie. "Ich heule nicht, weil ich meine Periode habe. Ich kann einfach nicht glauben, dass ein Film über die Mens einen Oscar gewinnt", sagt die iranisch-amerikanischen Regisseurin zitternd vor Rührung.

Die Kurz-Dokumentation der gerade mal 25-jährigen Filmemacherin mit dem Titel "Period. End of Sentence" hat es aber geschafft – und damit ein unglaublich wichtiges Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht: Die anhaltende Stigmatisierung der Periode.

Wegen der Periode ausgeschlossen

Besonders in Entwicklungsländern und Regionen wie Indien haben Mädchen und Frauen nämlich keinen Zugriff zu Hygieneartikeln und müssen sich fatalerweise mit dreckigen Tüchern oder Papierresten vom Boden aushelfen. Das Infektionsrisiko ist hierbei immens.

Dazu kommt, dass die Frauen aufgrund ihrer Periode von ihren Familien und Freunden ausgeschlossen werden und ihnen der Zugang zu Bildung verwehrt wird. Selbst wenn sie noch zur Schule gehen dürfen: Die fehlenden WCs machen es ihnen unmöglich, sich unbeobachtet zu waschen. Die Unwissenheit über die Mens ist gewaltig, die Scham der Mädchen riesengross.

Die 26-minütige Doku, die auf Netflix unter dem Titel "Stigma Monatsblutung" bereits verfügbar ist, macht diese Problematik anhand einer Gruppe junger Mädchen aus einem Dorf nahe Delhi sehr deutlich. Sie zeigt aber auch, dass es junge Frauen gibt, die sich davon nicht unterkriegen lassen wollen. Mit einer Maschine, die ihnen ein indischer Ingenieur schenkt, stellen die Frauen im Dorf selber Binden her. Für die Dorfbewohnerinnen ein grosser Schritt: Zum ersten Mal Hygieneartikel, zum ersten Mal ein kleines bisschen finanzielle Unabhängigkeit.

Die Aufklärung wirkt

Ihr "Pad-Project" hat aber noch einen weiteren positiven Effekt: In der Community wird jetzt endlich über die Menstruation gesprochen. Bitternötig, denn ohne Kommunikation und Aufklärung würden Monatsblutungen wohl noch Jahrhunderte lang für etwas Gefährliches und Teuflisches gehalten werden.

"Wenn ein Mädchen in den USA ihre Periode bekommt, verpasst sie deswegen vielleicht eine Unterrichtsstunde. Wenn ein Mädchen in einem Entwicklungsland zum ersten Mal blutet, darf sie deswegen vielleicht nie wieder in die Schule gehen", sagt eines der porträtierten Mädchen im Film. Die Doku von Rayka Zehtabchi trägt hoffentlich dazu bei, dass sich das bald ändert.

"Stigma Monatsblutung" - jetzt auf Netflix

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend