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Diese Geschichte raubt uns den Schlaf

von Alisa Fäh

31 OKTOBER 2018

Life

Halloween feiern lässt sich auch unter der Bettdecke – mit einer interaktiven Gruselgeschichte, die einen erschaudern lässt.

Das unangenehme Gefühl, beobachtet zu werden? Genau darum dreht sich Ambient Literature. Das sind Geschichten, die auf dem Smartphone gelesen werden und persönliche Daten wie Standort, Wetter und Uhrzeit verwenden. Dadurch entsteht eine Erzählung, die individuell auf die jeweilige Umgebung angepasst wird – und das soll einen so richtig in die Story reinziehen.

Die kanadische Autorin Kate Pullinger hat eine Ambient Literature Geistergeschichte namens "Breathe" geschrieben. Die Story entstand im Rahmen eines zweijährigen Projektes der Universitäten Bath, Bristol und Birmingham und soll zeigen, wie Lesen in Zukunft aussehen könnte: Interaktiv und auf den Leser zugeschnitten, via Smartphone. Bei "Breathe" spielen die Macher mit dem Gedanken, dass dein Smartphone von Geistern besessen ist und du heimgesucht wirst. Ganz schön unheimlich. Die Geschichte soll man laut Kate Pullinger abends im Bett lesen – allein, denn so gruselt es sich am besten.

Wir habens getestet

"Breathe" bittet dich als erstes, den Kamerazugriff zu erlauben. Und schon bist du drin in einer gruseligen Parallelwelt: Flo, eine junge Frau, die mit Geistern reden kann, erzählt ihre Geschichte und ihr eigenartiges Leben verschmilzt schnell mit deinem eigenen. Ohne, dass du es gemerkt hast, hat deine Handykamera ein Foto von deiner Umgebung geschossen. Das Bild wird mehrmals wieder auftauchen und dich daran erinnern, dass das nicht nur Flos, sondern auch deine Geschichte ist. Immer wieder wird die Erzählung von einem Geist unterbrochen. "Ich bin ganz nah, ich sehe dich" sagt er zum Beispiel. Ausserdem lässt er den Bildschirm flackern, löscht Flos Text und schickt Botschaften, die du nur sehen kannst, wenn du das Display neigst – unglaublich clever und ziemlich creepy.

"Breathe" funktioniert in der Schweiz noch nicht vollumfänglich. So wird zum Beispiel der Standort nicht erkannt und dementsprechend werden die erwähnten Londoner Orte auch nicht durch Schweizer Plätze in der Umgebung ausgetauscht. Darüber sind wir aber eigentlich ganz froh – sonst hätte uns die Geschichte noch mehr schaudern lassen.

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