Arme Luft
Philippe Grüebler

5 Gründe, warum wir uns öfter dehnen sollten

von Gina Buhl

3 MAI 2019

Health

Assisted Stretching ist der neue Workout-Trend aus den USA. Wir verraten euch, warum dehnen so wichtig ist – und liefern die passenden Übungen gleich dazu.

Dehnen beim Yoga oder Pilates? Ein alter Hut. Neu ist hingegen der Workout-Hype, der gerade aus den USA zu uns hinüber schwappt: das Assisted Stretching. Beim assistierten Dehnen werden dort Muskeln von Trainern "long and lean" gezogen.

Von vielen unterschätzt

"Stretching an sich ist natürlich nichts Neues – aber viele unterschätzen die Wirkung komplett", sagt Tanzpädagogin und Choreografin Sabine Schindler. In ihrem Zürcher Studio bietet sie Stretching-Kurse an, in denen mit Hilfsmitteln wie Blöcken und Gurten jeder selber dehnen darf. Gründe, warum wir uns regelmässig dehnen sollten, gibts jedenfalls genug:

1. Stretching stärkt unsere Haltung – auch die Innere

Die Begründung: Ohne regelmässiges Stretching verkürzen sich unsere Muskeln, die Beweglichkeit lässt nach und das Blut kann nicht richtig zirkulieren. "Typische Problemstellen, die zu schlechter Haltung führen, sind die Nacken- und Brustmuskulatur, der untere Rücken, die Hüftbeuger, die hintere Oberschenkelmuskulatur sowie die Waden", so Sabine Schindler. Durch die regelmässige Dehnung dieser Muskelgruppen verbessert sich unsere Haltung aber merklich. Wir stehen und sitzen aufrechter – und das hat auch auf unsere Psyche einen positiven Einfluss.

Die Übung: Aus dem Vierfüsslerstand auf den Unterarmen die Knie auseinandergrätschen, während die Füsse zusammenbleiben. Sitzbeinhöcker nach hinten stossen. In die Position hinein sinken und halten.

Liegen 1
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2. Stretching killt den Stress

Die Begründung: "Wenn wir Stress haben, verkrampfen sich die Muskeln – und verkrampfte Muskeln lassen unsere innere Anspannung wachsen", erklärt Sabine Schindler. Regelmässiges Dehnen (wenn möglich mindestens einmal die Woche für eine Stunde) kann helfen, diesen Kreislauf zu unterbrechen und unseren Stresslevel zu senken.

Die Übung: Bewaffne dich mit einem Theraband und los gehts: Mit dem Band in der Hand die Arme hinter den Körper und nach oben nehmen – so, dass du ein "Y" bildest. Das Band zwischen den Armen oben halten. Dann runternehmen, bis sich die Arme im rechten Winkel zum Boden befinden. Das Ganze wiederholen.

Strechband
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3. Es kurbelt die Sauerstoffversorgung an

Die Begründung: Stretching ist nicht nur gut für die Sauerstoffversorgung unserer Muskeln: "Durch das Dehnen des Schulter- und Brustbereichs etwa, werden auch unsere Lungen mit mehr Sauerstoff versorgt", sagt die Expertin. Vielleicht in Zukunft nachmittags die Kaffeetasse mit einem Theraband austauschen?

Die Übung: Stell dich aufrecht hin, beide Beine sind fest am Boden. Nimm die Arme nach hinten, verschränke deine Hände und führe sie langsam, während du dich nach vorne beugst, nach oben.

Arme 1
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4. Und lässt uns besser schlafen

Die Begründung: "Viele erzählen mir, dass sie nach einer Stretching-Stunde super schlafen können", sagt Sabine. Die Erklärung? Unsere Aufmerksamkeit richtet sich währenddessen auf einzelne Körperbereiche und die korrekte Ausführung der Übungen. "Der Kopf kann Pause machen." Übungen im Liegen, die den unteren Rücken entspannen, und sogenannte Hüftöffner sorgen für zusätzliche Entspannung.

Die Übung: Stelle beide Füsse nahe am Po auf. Lege das linke Sprunggelenk mit der Aussenseite auf den rechten Oberschenkel. Das linke Knie zeigt dabei nach aussen. Greife mit beiden Händen den rechten Oberschenkel an der Rückseite und ziehe das rechte Bein so weit wie angenehm zum Oberkörper ran. Du solltest einen angenehmen Stretch in deiner Pomuskulatur spüren.

Liegen 2
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5. Auch bei anderen Sport-Sessions profitieren wir davon

Die Begründung: Wird ein Muskel regelmässig gedehnt, hat er mehr Kraft. Das Dehnen führt nämlich zu einer Stoffwechselaktivierung und steigert die Durchblutung der Muskulatur. Nach einem Training kann die Muskulatur so besser und schneller regenerieren. Ausserdem minimiert sich die Verletzungsanfälligkeit durch gesunde Muskeln und Bänder.

Die Übung: Oft vergessen wir beim Dehnen unsere Füsse. Zur Stärkung der Bänder und Muskeln etwa 15-20 Mal auf die Zehenspitzen und wieder runter. Dann mit kreisenden Bewegungen nach aussen, innen und seitlich dehnen.

Füsse
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