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Das Teenie-Vorbild mit Grösse 44

von Karin Zweidler

4 FEBRUAR 2016

Fashion

Barbie Ferreira gehört zu New Yorks Cool Kids, hat 270'000 Instagram-Followers, modelt für Wäsche-Labels - und trägt Grösse 44.

Teenie-Vorbilder sind meist makellose Mädchen. Die, mit den flachen Bäuchen, den Thigh-Gaps, den durchtrainierten Armen. Man bewunderte und beneidete sie für ihr scheinbar perfektes Aussehen. Mittlerweile ist in der Öffentlichkeit auch Platz für Mädchen wie Barbie Ferreira - Gott sei Dank.

Die 19-jährige New Yorkerin ist Plus-Size-Model, aktuell zu sehen in der Kampagne des Wäschelabels Aerie - einer unretouchierten wohlbemerkt -, und wirbelt die gängigen Schönheits-Stereotypen gerade ordentlich durcheinander. Unter dem Motto "The Real You Is Sexy" sehen wir sie im Spot im pinken Bikini am Pool rumhängen. Hier und da schwabbelts beim Gehen, aber das ist okay. Denn wunderschön ist sie trotz, oder gerade wegen ihres Körpers. Das möchte sie auch anderen Mädchen vermitteln.

Barbara, oder eben Barbie, trägt Konfektionsgrösse 44 und ist damit weit weg von all den Size-Zero-Girls, dafür aber einiges näher an der Figur durchschnittlicher 18-jähriger Mädchen. Der Begriff Plus Size stösst ihr sauer auf: "Ich trage nicht mal Übergrösse. Ich bin einfach nur nicht spindeldürr." Und sowieso, dieses ewige Kategorisieren geht ihr zünftig auf die Nerven: "Warum muss man fülligere Models schubladisieren? Lasst uns einfach Models mit allen möglichen Körpern und Grössen sein", sagt sie dem "Time Magazine".

Courtesy Aerie 8E0D42Aa

Barbie fehlten früher kurvige Vorbilder, die ihr das Gefühl hätten geben können, schön zu sein. Ihren Traum von einer Schauspielkarriere glaubte sie, nur mit einer Wespentaille realisieren zu können. Erst als sie auch mit etwas weniger Gewicht keinem Ideal entsprach, akzeptierte Barbie ihren Körper. Mit 15 schickte sie American Apparel - bekannt dafür, Models mit kurvigeren Figuren in ihren Kampagnen zu zeigen - Bilder von sich und wird prompt für ein Shooting eingeladen.

Heute ist Barbie bei der renommierten Modelagentur Wilhelmina unter Vertrag, kann sich vor Followers kaum retten (momentan sind es 270’000 auf Instagram und 70’000 auf Twitter), hat ihr eigenes kleines Mode-Label Barbie Club gegründet und hängt mit Cool-Kids wie Jaden Smith, Model und Schauspielerin Hari Nef oder Künstlerin Petra Collins ab. Passt ja auch. Jaden wehrt sich gegen klischierte Geschlechter-Ideen, Petra hat sich Feminismus auf die Flagge geschrieben, Hari kann als Transgender mit Klischees sowieso nichts anfangen.

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Barbie selbst, die sich ebenfalls immer wieder für Feminismus und fliessende Gender-Grenzen ausspricht, liegt vor allem Toleranz am Herzen: "Ihr seid nicht auf dieser Welt, um für alle sexuell attraktiv zu wirken", rät sie gegenüber "Elle". "Werft Hochglanzmagazine aus dem Fenster, hört auf, überperfekten Instagrammern zu folgen und schaut keine TV-Sendungen mehr, die Frauen nach ihren Figuren bewerten. Diese Dinge beeinflussen euch", sagt sie dem Magazin "Ravelin". Mit 19. Boom!

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