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Das taugen die neuen Wassertrink-Apps

von Sonja Siegenthaler

23 JANUAR 2019

Health

Software, die uns helfen soll, im Alltag mehr zu trinken? Wir haben eine Woche lang drei unterschiedliche Wassertrink-Apps getestet.

Isabelle: Mode-Praktikantin und Pflanzenliebhaberin

Beweggrund: Ich trinke selten genug Wasser, sprich: weniger als einen Liter pro Tag. Da man sowieso ständig aufs Handy schaut, hilft mir eine App bestimmt. Ich habe mich für 'Plant Nanny' entschieden, weil ich das verspielte Design mit den Pflanzen liebe. Kann also nur gut gehen.

Tagesbedarf: Anhand meines Gewichts, Geschlechts und Aktivitätsgrades wird mir ein Tagesbedarf von 2.183 Litern Wasser errechnet. Doppelt so viel wie normalerweise!

Im Test: Ich muss mich für einen Blumentopf und ein Pflänzli entscheiden, welches ich dann regelmässig tränken soll – analog zu meinem eigenen Wasserkonsum. Es wird grösser, je mehr ich trinke. Oder es stirbt, wenn ich zu wenig Flüssigkeit zu mir nehme. Alle zwei Stunden erinnert mich die App ans Trinken. Wenn ich zwei Gläser kurz nacheinander in die App eintrage, wird mir vorgeschrieben, ich solle langsamer trinken, weil zu viel Wasser auf einmal gefährlich sei.

Vorteile: Da ich prinzipiell keine Pflanzen töten will, motiviert die App mich als Pflanzenliebhaberin besonders zum Trinken. Zudem freue ich mich, wenn das Pflänzchen wächst.

Nachteile: Nach dem ersten Tag empfinde ich die Erinnerung als lästig und ignoriere sie – wie ein Software-Update, das man immer wegklickt.

Fazit: 'Plant Nanny' eignet sich für alle, denen eine 08/15-Wasser-App zu langweilig ist. Ob ich mehr getrunken habe? Eher nicht. Weil ich aber unbedingt sehen will, wie mein Pflänzli aussieht, wenn es ausgewachsen ist, will ich mich bessern...

Luise: Beauty-Assistentin und Vieltrinkerin

Beweggrund: Easy, mich muss man nicht daran erinnern, Wasser zu trinken. Schon als Kind war das mein Lieblingsgetränk – ich habe am Arbeitsplatz immer eine Flasche und dazu eine grosse Kanne Tee stehen. Die übersichtliche Gratis-App 'Mein Wasser' zu testen, würde keinen Unterschied machen.

Tagesbedarf: Die App fragt mich nach meinem Geschlecht, meinem Gewicht und ob ich Sport mache. Anhand dieser Daten wird mein Tagesbedarf errechnet: nur 1,3 Liter. Erstaunlich wenig.

Im Test: Dass ich trinken soll, wird mir zwischen 9 und 18 Uhr in Abständen von zwei Stunden mitgeteilt. Dann muss ich das Getränk auswählen, das ich grad zu mir genommen habe – mit Milliliterangabe. Gehe ich nicht sofort auf die Anweisung ein, kommen Motivationssprüche wie ”Trinke Wasser, sei besser!”, die ich erst etwas strange, dann aber doch anregend finde.

Vorteile: Oft hatte ich mein Tagesziel bereits um 12 Uhr mittags erreicht. Das galt aber nicht für die Tage, an denen ich Job-bedingt unterwegs war. Gut, dass dann die Erinnerung auf dem Home-Bildschirm stehen blieb. Die setzte mich dann unter Druck, später darauf einzugehen.

Nachteile: Die Push-Nachrichten auf dem Handy lenken ab und unterbrechen den Workflow. Zu gross ist die Versuchung, noch kurz Whatsapp und Insta zu checken. Ein Add-On auf dem PC-Bildschirm wäre für mich geeigneter.

Fazit: Ich werde die App weiterhin gebrauchen – allerdings erst nach Feierabend, damit ich bei der Arbeit nicht abgelenkt werde. Im Büro trinke ich eh ausreichend. Abends, oder wenn ich draussen unterwegs bin, finde ich die App sehr hilfreich.

Sonja: Mode-Assistentin und Trink-Muffel

Beweggrund: 2.5 Liter am Tag trinken? Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Ich bin schon stolz, wenn ich 1.5 Liter schaffe. Mit der App 'Trink Wasser' kanns also nur besser kommen.

Tagesbedarf: Ich muss mein Geburtsdatum, Gewicht und Geschlecht angeben, woraus die kostenlose App einen täglichen Wasserbedarf von 2.275 Liter errechnet. Komisch, dass ich meinen Aktivitätsgrad nicht angeben muss.

Im Test: Die Handhabung der App ist sehr einfach: Neben einem Glas-Zähler-Button gibt es einen übersichtlichen Monats-Verlauf und eine Liste mit meinen Erfolgen. Meine App meldet sich stündlich mit dem Text “Trink Wasser” und informativen Fakten wie “Dein Körper kann 0.2 Liter Wasser pro Stunde aufnehmen, trinke regelmässig kleinere Mengen."

Vorteile: Mit der App habe ich schon am Nachmittag den Inhalt meiner 1.7-Liter-Kanne getrunken. Da mich “Trink Wasser” permanent ans Trinken erinnert, bin ich auch nicht – wie üblich – zu faul, den Krug erneut zu befüllen. Punkt Feierabend hab ich dann meinen Tagesbedarf geschafft. Die App macht mir ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Gesundheit, was ich als Motivation brauche.

Nachteile: Am Wochenende sind die penetranten Nachrichten einfach nur nervig. Ausserhalb meiner geregelten Arbeitszeit kann ich das Trink-Ziel längst nicht erreichen, da ich meist unterwegs bin.

Fazit: Die App ist super, ich trinke fast doppelt so viel wie sonst und werde sie weiterhin gebrauchen – Samstag und Sonntag sind dann allerdings meine Water-Cheat-Days.

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