Pilzel
Nico Benedickt by Unsplash

Das solltest du wissen, wenn du pilzeln gehst

von Lucien Esseiva

27 SEPTEMBER 2018

Food & Home

Von wegen nur was für den Grosspapi: Im Herbst nach feinsten Fungis zu suchen, ist längst ein Trend unter Food-Lovers. Unser grosses Pilz-ABC.

A wie Ausrüstung

Fürs Pilze-Sammeln im Wald braucht es nur gute Schuhe, ein Messer und einen Korb. Pilze solltest du nicht in Plastiksäcke packen, weil sie dort zu schwitzen anfangen und schnell verderben.

B wie Bauchweh

Ein unverdorbener Pilz hat festes Fleisch und man sieht ihm an, dass er frisch aus dem Boden geschossen ist. Grundsätzlich sollte man Pilze nicht roh essen. Viele Arten verlieren unverträgliche oder gar giftige Inhaltsstoffe erst beim Kochen.

C wie Champignon

Champignon ist das französische Wort für Pilz. Die Champignons, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen, heissen auch Egerlinge.

D wie dunkelscheibiger Risspilz

Zahlreiche Risspilze enthalten das Pilzgift Muscarin, das zu Schweissausbrüchen, Erbrechen, Durchfall oder Kreislaufkollaps führen kann.

E wie essbar?

Laien können die verschiedenen Pilzarten nur bedingt unterscheiden. Darum sollte man die gesammelten Pilze unbedingt zur Pilzkontrolle bringen. Alle Infos und Adressen gibts hier.

F wie Fliegenpilz

Der Fliegenpilz sieht schön aus, damit hat es sich aber schon. Lass die Finger davon!

G wie Gift

Das stärkste Pilzgift ist Amanitin und kommt zum Beispiel im grünen Knollenblätterpilz vor. Auch in der Schweiz sterben immer wieder Menschen an einer Pilzvergiftung.

H wie Haltbarkeit

Wildpilze kann man in der Regel 1 bis 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Festfleischige Pilze wie junge Steinpilze, Eierschwämme oder Seitlingsarten sind auch etwas länger haltbar. Am besten lagert man Pilze in einem offenen Gefäss und deckt sie mit einem Küchentuch ab.

I wie Irrglaube

Es gibt keine Methode, die zeigt, ob ein Pilz geniessbar ist. Einen Silberlöffel mitkochen und schauen, ob er sich verfärbt, oder der Mythos, dass Schnecken nur ungiftige Pilze anknabbern – alles Unsinn.

J wie Jagd

Pilzfreunde haben ihre Plätze und sind nicht besonders erfreut, wenn diese von anderen geplündert werden. Pilze kommen aber nicht nur versteckt in den Wäldern vor, sondern auch in der Stadt.

K wie Knollenblätter

Grüne und Weisse Knollenblätterpilze sind die giftigsten und gefährlichsten Schweizer Pilze.

L wie Lifestyle

Mit dem Hund auf Trüffeljagd zu gehen, liegt im Trend. Den Edelpilz findet man natürlich in Italien aber auch in Schweizer Stadtpärken. Auch beim Wandern in den Bergen kann man die Augen nach interessanten Pilzen offenhalten.

M wie Magic Mushrooms

Halluzinogene Pilze sind vor allem auf Weiden in der Nähe von Kuhfladen zu finden und wirken ähnlich wie LSD. "Auf der Pilzkontrolle sind auch schon Menschen aufgetaucht, die wissen wollten, ob ihre Pilze gute Magic Mushrooms seien", sagt Pilzkontrolleur Ruedi Winkler.

Gehst du auch auf Pilzsuche?

12 Votes
  • Ja, ich halte auf jeder Wanderung nach Pilzen Ausschau! 67%
  • Ja, aber nur im Supermarkt. 17%
  • Nein, das traue ich mir (noch) nicht zu. 17%

N wie Nachhaltigkeit

Pilzsporen sind billionenfach vorhanden, darum kann man einen Wald kaum leer sammeln. Das grössere Problem sind Menschen, die den Waldboden zertrampeln.

O wie Orte

Der Ort und die Umgebung sind absolut wesentlich für den Pilz. Je nach Region, Untergrund, klimatischen Bedingungen wachsen unterschiedliche Pilzarten.

P wie Polizei

Werden Bestimmungen wie Mengenbeschränkungen oder Pflückzeiten nicht eingehalten, kann es ziemlich teuer werden. Wo, wie und wann gesammelt werden darf, erfährt man auf der Website der jeweiligen Region.

P wie Pilzvergiftung

Pilzvergiftungen können zu Unwohlsein, Organschäden und in seltenen Fällen zum Tod führen. Darum bei Verdacht immer zum Arzt gehen.

Q wie Qual

Erwischt man einen ungeniessbaren oder giftigen Pilz, so leidet man ziemliche Qualen. Eine Vergiftung vom Knollenblätterpilz muss laut Experten der absolute Horror sein.

R wie Radioaktivität

Tatsächlich ist seit dem Vorfall in Tschernobyl in gewissen Pilzen eine erhöhte Radioaktivität zu messen.

S wie Sex

Genitalpilze sind weder essbar noch erfreulich und haben darum in dieser Liste nichts zu suchen.

T wie Trüffel

In der Schweiz sind vor allem Sommer- und Herbsttrüffel zu finden. Die sind zwar nicht so exklusiv wie weisse oder schwarze Trüffel, kosten aber immer noch zwischen 300 und 400 Franken pro Kilo.

U wie Unsicherheit

Man kann es nicht oft genug sagen: Pilze immer kontrollieren lassen!

V wie Verdammt!

Was dem Pilzexperten Ruedi Winkler auf die Nerven geht? "Wenn unbekannte Pilze erst einmal gegessen und der Kontrolleur erst danach – etwa mitten in der Nacht – gesucht wird."

W wie Wald

Pilze kommen fast überall vor. Am häufigsten findet man sie aber immer noch im Wald.

X wie Xerocomus badius

Ist das lateinische Wort für den feinen Speisepilz Maronen-Röhrling.

Y wie Yes!

Pilzprofis jubeln, wenn sie einen seltenen Krokodilritterling finden. Ein schöner Steinpilz ist aber auch immer ein Grund zur Freude.

Z wie zerfliessen

Der Schopf-Tintling ist ein feiner Speisepilz und kommt in vielen Gärten vor. Sein Problem: Wird er nicht rasch verarbeitet, löst er sich innert weniger Stunden in Flüssigkeit auf.

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend