01 Frauenzentrale Schweden Verkleinert
Frauenzentrale Zürich

Das halten die Schweden von unserem Umgang mit Sex-Arbeiterinnen

von Gina Buhl

29 JUNI 2018

Life

Das Video zur neuen Anti-Prostitutions-Kampagne der Frauenzentrale Zürich hats in sich: Statements aus Schweden machen klar, wie rückständig die Schweiz bei diesem Thema ist.

30 Prozent aller Prostituierten leiden an Depressionen, 34 Prozent an Angststörungen. Es sind Zahlen einer Studie der Universität Zürich, die einen zusammenzucken lassen. Fakten, die die Initianten des Vereins Frauenzentrale Zürich seit 1914 zum Anlass nehmen, gegen Prostitution anzukämpfen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, ist sie in der Schweiz legal.

Schwedens Gesetzesentwurf als Vorbild

In der neuen Kampagne des Vereins mit dem Titel "Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution" stellt Schweden den Gegenentwurf zur hiesigen Gesetzeslage dar. Vor 20 Jahren, am 1. Juli 1998, verabschiedete das Land nämlich den Gesetzesentwurf "Frauenfrieden", der unter anderem dafür gesorgt hat, dass Freier für den Kauf von sexuellen Dienstleistungen bestraft werden. Prostituierte bleiben straffrei. Zuvor war in Schweden die Prostitution als Gewalt gegen Frauen definiert worden. "Davon sind wir in der Schweiz weit entfernt", so Sandra Plaza von der Frauenzentrale auf der Vereins-Website. Für den Film haben die Initianten in Stockholm mit schwedischen Schauspielerinnen und Schauspielern gedreht. 

"Befassen sich Medien, Nichtregierungs-Organisationen oder die Politik mit Prostitution, geht es meist darum, die Rechte von Prostituierten zu stärken oder Prostitution zu einem normalen Beruf zu verklären", so Plaza weiter. Sexualität werde als männliches Grundbedürfnis verstanden und der Staat stelle bereitwillig die Rahmenbedingungen zur Verfügung. "Wichtig ist uns vor allem, dass auch mal die Männer und Freier bei dieser Diskussion in den Vordergrund rücken."

Die Frauenzentrale nimmt das 20-Jahr-Jubiläum in Schweden zum Anlass, um auch in der Schweiz eine Grundsatzdebatte zum Thema Prostitution anzustossen und ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken. Das Video enthält deutliche Botschaften – vielleicht klappts ja.

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