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Instagram kayla_itsines

Das hält die Sportärztin von Kaylas Challenge

von Gina Buhl

21 JANUAR 2019

Health

Die schwangere Kayla Itsines hat zur Fitness-Challenge aufgerufen. Ist das gesund – oder extrem leichtsinnig? Wir haben mit einer Expertin darüber gesprochen.

Vergangenen Montag hat Personaltrainerin Kayla Itsines zu ihrer #12sweatwc-Challenge aufgerufen. Ziel dieses Fitness-Programms ist es, sich mit Cardio-, Kraft- und High-Intensity-Übungen in 12 Wochen einen Bikini-Body anzutrainieren. Hier haben wir darüber berichtet.

Kann so ein Trainingspensum Mami und Baby schaden? Wir haben Sportmedizinerin Mirela Borovac von der Sport Clinic Zürich gefragt.

Frau Borovac, Kayla wird in der 35. Schwangerschaftswoche sein, wenn ihre Sport-Challenge endet. Muss sie mit irgendwelchen Folgen rechnen? Ich kenne Kaylas Schwangerschaftsverlauf nicht, aber grundsätzlich spricht nichts gegen Sport wenn die Schwangerschaft unauffällig abläuft. Mami und Baby profitieren sogar davon.

Inwiefern? Die Durchblutung der Plazenta wird verbessert, was die Sauerstoff-Versorgung des Babys erhöht. Ausserdem verbessert regelmässiger Sport die allgemeine Fitness der Frau. Und das wirkt sich auch positiv auf die Geburt aus.

Klingt, als hätte spörteln in der Schwangerschaft nur Vorteile. Ja, vorausgesetzt man beachtet ein paar Dinge.

Welche denn? Die Gynäkologin muss bestätigen, dass bei Mami und Baby alles in Ordnung ist und keine Risikoschwangerschaft vorliegt. Frauen, die schon vorher Sport gemacht haben, können durchaus in reduziertem Masse weiter trainieren, sollten aber auf die Signale ihres Körpers achten.

Und die anderen? Bei Frauen, die erst in der Schwangerschaft auf die Idee kommen, sich sportlich zu betätigen, ist doppelt Vorsicht geboten. Meist kennen sie ihren Körper in sportlichen Belastungssituationen nicht so gut.

Woran erkennt eine Schwangere, dass sie es übertrieben hat? Bauchkrämpfe, Rückenschmerzen, Blutungen, Herzrasen, Übelkeit und Schwindel, während oder nach dem Sport sind eindeutige Anzeichen. Dann heisst es: Sofort zur Gynäkologin gehen.

Was kann schlimmstenfalls passieren? Es können beispielsweise frühzeitige Wehen auftreten. Im allerschlimmsten Fall führt ein übertriebenes Sportprogramm zu einem Abort, also einem Schwangerschaftsverlust. Deswegen ist es auch extrem wichtig, die Übungen individuell anzupassen.

Was bedeutet "anpassen" genau? Es heisst, dass die gleichen Muskelgruppen trainiert werden wie vorher – aber mit weniger anspruchsvollen Übungen. Kayla etwa hat früher einige Workouts auf dem Bauch liegend durchgeführt. Das wird sie jetzt nicht mehr machen können. Angepasst aber auch bezüglich Häufigkeit und Dauer des Trainings: Wer früher siebenmal trainiert hat, sollte in der Schwangerschaft vielleicht nur noch vier Mal.

Welche Sportarten sind besonders kritisch? Riskant sind Sportarten wie Marathon oder Bergsteigen, Kontaktsportarten wie Handball und alles, was mit Springen zu tun hat. Auch bei High-Intensity-Übungen sollten Schwangere einen Gang zurückschalten.

Und was empfehlen sie? Radfahren, Schwimmen, Walking, Pilates, Yoga oder leichtes Krafttraining etwa.

Was würden Sie Schwangeren, die weiterhin sporteln möchten, noch raten? Meiner Ansicht nach ist es sehr wichtig, dass Gynäkologe und Sportmediziner zusammenarbeiten – und eine individuelle Empfehlung für die Schwangere ausarbeiten. Abgesehen davon sollten sich werdende Mamis mit ihrem Sport-Programm auf keinen Fall quälen, sondern einfach Spass daran haben.

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