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Screenshot Youtube

Darum verbannt ein Radiosender diesen Xmas-Klassiker

von Gina Buhl

3 DEZEMBER 2018

Life

Weil das Radio-Publikum eines US-Senders den beliebten Weihnachtssong sexistisch findet, fällt er nun aus dem Programm.

Weihnachtssongs. Die meisten von uns summen – während sie an knisterndes Kaminfeuer, Schneeflocken und Guetsli-Teig denken – mit, wenn sie im Radio laufen. Dass sich hinter diesen vermeintlich harmlosen Songs, aber auch problematische Inhalte verbergen können, zeigt jetzt der Entschluss eines US-Radiosenders.

Im Jahr 2018 ist der Song problematisch

Die Programmleitung von "Star 102 Cleveland" hat sich am Wochenende nämlich dazu entschieden, den Xmas-Klassiker "Baby it's cold outside" aus ihrer Playlist zu streichen. Der Grund: In Zeiten von #MeToo könne man nicht mehr hinter dem Inhalt des Songs stehen. "Viele unserer Hörerinnen und Hörer haben sich darüber beschwert, dass wir, wenn wir diesen Song spielen, die Handlung darin unterstützen. Darauf wollen wir eingehen", so Jen und Tim, das Moderations-Duo des Christmas-Senders, in ihrer Show am Sonntag.

"Das hat aber viel Überzeugungsarbeit gekostet"

Tatsächlich geht es im 1944 komponierten Song um eine sehr fragwürdige Situation zwischen Mann und Frau: Nach einem gemeinsamen Abend entscheidet sie sich, nach Hause zu gehen. Er hält allerdings wenig davon und versucht sie zu überreden, doch noch bei ihm zu bleiben.

Nach langem Hin und Her ("Ich kann wirklich nicht bleiben" - "Zier dich nicht so", "Du bist wirklich aufdringlich" - "Ich nenne es opportunistisch"), entscheidet sich die Frau zu bleiben – woraufhin er trocken entgegnet: "Das hat aber viel Überzeugungsarbeit gekostet." Die Message: Wer bei Frauen hartnäckig genug ist, bekommt, was er will. Komplett daneben also.

Obwohl sich so viele über den Song beschwert hatten, ist auf der Facebook-Page des Senders jetzt ein Shitstorm ausgebrochen: Die resolute Entscheidung kommt nämlich bei einigen so gar nicht gut an. "Ihr mit eurem dummen Feminismus. Ihr seid so lächerlich!", schreibt ein User und erhält dafür 480 Likes. Eine andere Userin schreibt: "Gratulation, jetzt habt ihr alle eure Fans vergrault!"

Der Sender hat das Feedback bisher unkommentiert gelassen. Zu so einem Schwachsinn gibt es eigentlich auch nichts mehr zu sagen.

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