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Darum sollten wir alle das Mädchenhaus in Zürich kennen

von Marie Hettich

23 NOVEMBER 2018

Life

In der Schweiz gibt es nur eine einzige Not-Unterkunft für minderjährige Mädchen, die Opfer körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt wurden. Und die muss dringend bekannter werden.

Das Mädchenhaus in Zürich hat ein Problem: Obwohl es die Einrichtung schon seit fast 25 Jahren gibt, kennen sie die wenigsten. Dabei ist der Bekanntheitsgrad für eine Zufluchtstelle essentiell – die Idee ist nämlich, Mädchen und jungen Frauen dann Schutz zu bieten, wenn sie ihn ganz dringend brauchen. Auch mitten in der Nacht. "Als Non-Profit-Organisation stehen uns für Werbung leider wenig Mittel zur Verfügung", so Dorothea Hollender, die Geschäftsleiterin des Mädchenhauses.

Aber es gibt auch andere Möglichkeiten als eine Plakat-Kampagne – ein Videoclip zum Beispiel, der auf Social Media geshart werden kann. So ist vor anderthalb Jahren die Idee zu "Viele sind Wir" entstanden – ein gemeinsames Projekt der Filmemacherin Meta Multanen und der Choreografin Salome Schneebeli. Der Clip feiert am Sonntag im Tanzhaus in Zürich Premiere, wird ab dann auf der Website des Mädchenhauses verfügbar sein und soll in einem weiteren Schritt so schnell wie möglich Youtube und Instagram erobern.

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"Viele sind Wir" feiert am Sonntag um 17 Uhr im Tanzhaus Premiere. Gezeigt wird auch ein Making-of-Film, ausserdem gibt es eine Live-Tanz-Performance zu sehen.

Für das Video haben die beiden Künstlerinnen mit den Mädchen zusammengearbeitet, die damals im Haus Zuflucht gefunden haben. "Es war ganz wichtig, die Enge und Schwere der traumatisierten jungen Frauen einzufangen", erzählt Dorothea Hollender. Aber auch der Look des Videos sei wichtig – denn schlussendlich muss es ja die richtige Zielgruppe erreichen. "Die Henna-Tattoos auf den Händen hat beispielsweise eines der Mädchen vorgeschlagen."

Im Rahmen wöchentlicher Workshops ist so nach und nach ein Skript entstanden, das am Ende von Schauspielerinnen und Tänzerinnen umgesetzt wurde. Auch die Mädchen hätten die Zusammenarbeit genossen, sie waren interessiert daran, so viel wie möglich beizusteuern. "Das Video ist künstlerisch und tänzerisch auf hohem Niveau", so Hollender. "Aber auch emotional ist es packend. Ich war überrascht, wie tiefgehend man Themen wie Gewalt und Traumatisierung darstellen kann, ohne dass auch nur ein Wort gesprochen wird."

Das Mädchenhaus ist eine Zufluchtstelle in Zürich für Opfer von körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt. Sieben Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 20 werden dort für maximal drei Monate untergebracht und von Sozialpädagoginnen betreut. Damit die Mädchen sicher und geschützt sind, ist der genaue Ort des Hauses geheim. Das Telefon ist rund um die Uhr besetzt – hier gibts die Nummer und mehr Infos.

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