Getty Images 522155652
Getty Images

"Gender-Reveal-Partys sind nicht mehr zeitgemäss"

von Anna Janssen

31 JULI 2019

Life

Mädchen oder Junge? Gender-Reveal-Partys werden hierzulande immer beliebter. Miterfinderin Jenna Karvunidis ist jedoch kein Fan mehr – der Grund ist ihre Tochter.

Gender-Reveal-Partys, bei denen das Geschlecht des Babys verkündet wird, haben vermutlich mehrere Erfinderinnen. Eine der ersten dokumentierten Partys schmiss jedoch Bloggerin Jenna Karvunidis aus Los Angeles.

Es war 2008 und der Kuchen war wie eine Gummiente geformt: Jenna, die ihr erstes Kind erwartete, schnitt den Kuchen auf und zeigte den rosa Zuckerguss zwischen den Teigschichten: It's a girl! Die Fotos der Partys teilte sie auf einem Mama-Blog.

Rosa oder Blau

Im folgenden Jahrzehnt entstand dann ein regelrechter Wettkampf um den tollsten Gender-Reveal – angetrieben von perfekten Pinterest-Bildern und süssen YouTube-Videos. Am Ende wird immer die Farbe Rosa oder Blau enthüllt: egal ob in einem Kuchen, als M&Ms, Luftballons, aus denen Konfetti rausplatzt oder als Feuerwerk.

Jenna Karvunidis erzählte nun der amerikanischen "Elle", dass sie diese Entwicklung mit gemischten Gefühle beobachte. Denn: Das Mädchen, dessen Geschlecht sie mit dem rosa Kuchen verkündete, ist heute zehn Jahre alt – und trägt Kurzhaarschnitt zu coolen Anzügen.

Unberücksichtigtes Potenzial

Die dreifache Mami schreibt auf Facebook: "Die Fokussierung auf das Geschlecht lässt so viel Potenzial und Talent unberücksichtigt, was absolut nichts mit dem zu tun hat, was zwischen den Beinen eines Kindes ist". Denn auch wenn das Geschlecht das erste Detail sei, das man über sein Baby erfahre, sei es bei Weitem nicht das Wichtigste. Im Interview kritisiert Jenna zudem, dass mit der Feier des Geschlechtes nicht-binäre und Transgender-Menschen ausgeschlossen würden.

Selbst wenn sie selber damit angefangen hat, gesteht die 39-Jährige: "Wenn man es besser weiss, macht man es eben besser. Gender-Reveal-Partys sind nicht mehr zeitgemäss, deshalb würde ich heute auch keine mehr machen."

Als Alternative zur Gender-Reveal-Party rät sie werdenden Eltern: "Schmeisst einfach eine andere Party, zum Beispiel dann, wenn ihr bereit seid, die Schwangerschaft zu verkünden". Die Überraschung sei dann, dass man ein Baby bekomme – und das könne mit Kuchen in allen Farben gefeiert werden.

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend