Marie Kondo
Netflix

Darum fühlt sich Aufräumen so grossartig an

von Gina Buhl

29 JANUAR 2019

Health

Seit Wochen sorgt der Marie-Kondo-Hype dafür, dass so ziemlich alle Ordnung in ihr Wohnung bringen wollen. Aber was passiert eigentlich mit uns, wenn wir aufräumen?

Falls ihr ein Netflix-Abo besitzt und noch keine Episode von "Aufräumen mit Marie Kondo" geschaut hat, solltet ihr das dringendst nachholen. Denn mit ziemlich grosser Sicherheit werden schon zehn Minuten mit der Ausmist-Queen auf dem Screen reichen, um euch davon zu überzeugen, den kompletten Inhalt eurer Wohnung auf der Stelle auf das Bett zu schmeissen und Ordnung ins Chaos zu bringen. Habt ihr das dann getan, werdet ihr feststellen: Es fühlt sich grossartig an. Aber warum eigentlich?

Happy Times dank Endorphinen

Massgeblich daran beteiligt sind, wie unterschiedliche Untersuchungen über die Auswirkungen des Aufräumens (schon vor dem Marie-Kondo-Hype) ergeben haben, zwei nette Hormone: Endorphin, das als Glückshormon bezeichnet wird, und das sogenannte Belohnungshormon Dopamin. Angeknipst durch das Ordnung machen, feiern die im Gehirn nämlich eine grosse Party. Sie fluten den Körper mit Zufriedenheit und Selbstvertrauen – und motivieren uns, dranzubleiben.

"Wenn du aufräumst, wirst du merken, wie deine Gedanken klarer werden", sagt Marie Kondo zu ihren beiden Schützlingen in Episode 5 auf Netflix. Stimmt. Und das liegt vor allem an der körperlichen Aktivität beim Aufräumen, welche die Endorphin-Ausschüttung ankurbelt. Die Botenstoffe lassen uns fokussierter werden und heben die Laune: Forscher der University of Wisconsin haben sogar herausgefunden, dass bei einer einstündigen Ausmist-Session fast so viel vom Glückshormon ausgeschüttet wird, wie nach einem 30-minütigen Workout.

Hat dich "Aufräumen mit Marie Kondo" zum Ausmisten motiviert?

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Endorphine sind übrigens unser körpereigenes Schmerzmittel. Die Hormone werden etwa bei Verletzungen in unser Gehirn geschleust, wo sie es in einen rauschähnlichen Zustand versetzen. Sie pushen auch das Immunsystem, regulieren das Hungergefühl und die Produktion von Sexualhormonen.

Das Krasse: Schon wenn wir uns nur vornehmen, aufzuräumen, schüttet der Körper die Botenstoffe aus und sorgt dafür, dass wir uns ruhig und wohlig fühlen. Diese Ergebnisse bestätigt auch Diplom-Psychologin Ina Hullermann, die in ihrem Buch "How to Coach" die Vorzüge eines ordentlichen Lifestyles beschreibt. Sich die Chaos-Intervention nach einer Marie-Kondo-Episode bloss vorzunehmen, ist also schon die halbe Miete.

Ausserdem sieht man beim Putzen sofort Ergebnisse – was dann den Botenstoff Dopamin ins Rollen bringt. Dieser aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn und kurbelt die Aufräum-Motivation weiter an. Entrümpeln wir also gleich die ganze Wohnung, fühlt sich das so an, wie wenn wir nach einem fiesen Tag ein leckeres Stück Kuchen oder einen Schluck Bier gönnen: richtig gut.

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