cody fern make up
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Endlich zeigt die "GQ" mal einen anderen Männertyp

von Marie Hettich

14 MÄRZ 2019

Fashion

Die neue Ausgabe der britischen "GQ Style" zeigt Schauspieler Cody Fern auf dem Cover – gestylt, geschminkt und mit laszivem Blick.

Die Coverstars der "GQ Style" werden meist auf klischiert-männliche Weise inszeniert: kaum gestylt und finster dreinblickend, am liebsten mit Bart. Eine gewöhnliche Ausgabe des britischen Männermagazins sieht also so aus:

Jake Gyllenhaal auf der GQ Style
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Oder so:

Armie Hammer auf der GQ Style
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Die grosse Gesellschaftsdebatte über das starre Männlichkeitsbild scheint nun aber auch auf der "GQ Style"-Redaktion angekommen zu sein.

Der neuste Cover-Boy: Schauspieler Cody Fern, 30, schwul, bekannt für seine Rollen in "American Horror Story" oder "The Assassination of Gianni Versace" – und für seinen extravaganten Style. Zu den Golden Globes im Januar ist er beispielsweise mit einem halb-transparenten Hemd, High-Waist-Hosen und Heels erschienen.

cody fern golden globes
Getty Images

Der Australier liebt Make-up – besonders Lidschatten.

cody fern trägt make-up
Getty Images

Auf Instagram kommt das "GQ Style"-Cover mit Cody eeeextrem gut an. Es hagelt Kommentare wie: "Das ist das Schönste, das ich jemals erblicken durfte", "Burning hot", "Oh my baby Cody" oder "Alles klar – jetzt bin ich schwanger."

Wir können uns der Euphorie nur anschliessen: die Smoky Eyes, die ins Gesicht fallenden Haarsträhnen, das Leder-Halstuch von Saint Laurent... very, very sexy!

Es gibt aber auch ein paar Leute, die mit dem Cover nicht glücklich sind – beziehungsweise mit der Wortwahl. Cody wird nämlich als "Hollywood's Genderfuck Rebel" bezeichnet, was so viel heisst wie "Hollywoods Rebell, der auf Gendernormen scheisst".

Twitter-User Jack schreibt: "Versteht mich nicht falsch, ich liebe Cody! Aber wenn ein Mann, der ein bisschen Lidschatten trägt (...) direkt als 'Hollywood's Genderfuck Rebel" betitelt wird, zeigt das doch nur, in was für einer heteronormativen Welt wir immer noch leben."

Tweet
Screenshot Twitter

Ein anderer User ist exakt derselben Meinung: "Hollywood's Genderfuck Rebel?? Er trägt ein bisschen Lidschatten und Margiela-Boots (...) Wir müssen damit aufhören, es sofort als Gender-Statement zu sehen, wenn jemand Spass mit Fashion und Beauty hat."

Tweet3
Screenshot Twitter

Vielleicht mag Cody Fern für die Queer-Community tatsächlich kein revolutionärer Gender-Rebell sein. Aber auf dem Cover steht auch Hollywood's Gender-Rebell – und das ist er definitiv.

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