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Was bringt Biohacking eigentlich wirklich?

von Janine Heini

1 OKTOBER 2019

Health

Biohackerinnen versuchen, ihren Körper und Geist mit Hilfe von Technologie und Wissenschaft zu optimieren. Wir haben vier Hacks dem Experten-Check unterzogen.

Besserer Schlaf, mehr Energie, gesteigertes Wohlbefinden und verbesserte Konzentration – das alles soll mit Biohacking möglich sein. Gehackt wird dabei aber nicht der Computer, sondern der menschliche Organismus – und zwar mit Hilfe von spezifischen Ernährungsplänen, Workouts unter Strom oder mit Schockfrieren.

Was sagen Experten zu diesen Methoden? Wir haben nachgefragt.

Minus 150 Grad für Entspannung

Die Methode: Diese Ganzkörper-Kältetherapie, bei der man in einer Kammer mit minus 150 Grad kaltem Dampf ­ausharrt, soll muskel­regenerierend, ent­zündungshemmend und entspannend wirken.

Das sagt der Experte: "Alles unter 15 Grad hat eine positive Wirkung auf den Körper. Eine kalte Dusche von drei Minuten reicht schon aus." Maximilian Gotzler, ehemaliger Leistungssportler und Biohacking-Experte

Genetischer Ernährungsplan

Die Methode: Laut Nutrigenetik soll in unserer DNA der Schlüssel zum individuellen Ernährungsplan liegen. Dieser wird mit einer Gen-Analyse ermittelt und soll für optimale Nährstoff­versorgung und eine entlastete Verdauung sorgen.

Das sagt die ­Expertin: "Beim Energiestoffwechsel spielen mehrere hundert Gene eine Rolle. Bei den meist standardisierten Tests werden nur wenige Dutzend Gen-Varianten untersucht. Eine solche Ernährung ist deshalb kein Garant für die Idealfigur und ein langes, gesundes Leben." Prof. Dr. Sabina Gallati, Leiterin der Abteilung für Humangenetik, Inselspital Bern

Blueblocker für besseren Schlaf

Die Methode: Blauanteile im Licht lassen uns schwer einschlafen. Biohacker optimieren ihre Lichtverhältnisse mit Blueblockern – etwa mit einer speziellen Brille oder dem Night-Shift-­Modus in ihren Gadgets.

Das sagt der Experte: "Bewusster Lichtkonsum macht Sinn. Besitzt das Licht am Abend mehr Rotanteile und ist nicht zu stark, hat das Vorteile für die Schlafqualität. Es geht aber auch einfacher: Tagsüber möglichst viel Tageslicht tanken. Das stärkt die natürliche Melatoninproduktion und sorgt für Entspannung am Abend." Prof. Dr. Christian Cajochen, Leiter der Chronobiologie an der Universität Basel

Elektrische Muskelstimulation (EMS)

Die Methode: Beim EMS-Training wird der Body verkabelt und die Muskeln werden während einer Trainingseinheit mit elektrischen Impulsen stimuliert. 20 Minuten pro Woche sollen für ein Sixpack genügen.

Das sagt der Experte: "Die Steigerung der Wirksamkeit eines Trainings mit EMS ist minimal und schwierig zu messen. Menschen, die etwa wegen einer Ver­letzung nicht normal trainieren können, scheinen vom EMS-Training zu profitieren. ­Gesunde aber sollten auch mit EMS gleich lang und gleich intensiv trainieren wie ohne." Dr. med. Stefan Fröhlich, Oberarzt am Universitären Zentrum für ­Prävention und Sportmedizin Move Med in Zürich

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