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Diese App soll 1 Mrd Frauen über Brustkrebs aufklären

von Gina Buhl

4 OKTOBER 2018

Health

Frauen, die weder lesen noch schreiben können, fehlt es oft an Informationen, um einen Tumor in der Brust frühzeitig zu erkennen. Die Schweizer App DearMamma will das ändern.

Wie kann eine Frau wissen, ob sich in ihrer Brust ein Knoten bildet, wenn sie sich aus kulturellen oder religiösen Gründen nicht abtasten darf oder will? Wie kann sie wissen, dass der wachsende Knoten in ihrer Brust möglicherweise eine Krankheit ist, wenn sie noch nie etwas darüber gelesen hat? In Ländern mit patriarchalischen Strukturen und erschwertem Bildungszugang lautet die Antwort sehr häufig: Gar nicht.

Die Angst, verlassen zu werden

Mit bis zu 700'000 tödlichen Verläufen pro Jahr ist Brustkrebs die am meisten gefürchtete und verbreitetete Krebserkrankung von Frauen weltweit. Für viele Betroffene aus armen oder religiösen Ländern wie Äthiopien, Burkina Faso oder Israel ist es schwierig, überhaupt darüber zu sprechen: Sie haben Panik davor, ausgestossen oder von ihren Ehemänner verlassen zu werden – was fatal wäre. Sie sind finanziell nämlich komplett abhängig von ihnen. Ihr Überleben liegt in ihren Händen.

Bilder, Illustrationen, Videos

Die Schweizer Stiftung The Dear Foundation will den Frauen ein Stück dieser Angst nehmen und bei der Früherkennung helfen: Mit ihrer Brustkrebs-Aufklärungs-App DearMamma, die zusammen mit Krebs-Spezialisten, betroffenen Frauen und Wissenschaftlern designt wurde. Via App sollen eine Milliarde Frauen Zugriff auf Bilder, Illustrationen, Videos und gesprochenen Info-Texten bekommen. So sollen auch diejenigen, die nicht lesen können, verstehen, wann und wie eine Selbstuntersuchung der Brust am besten funktioniert.

"Bis jetzt ist es so, dass die Frauen ihre Tumore häufig erst viel zu spät entdecken", so die The-Dear-Foundation-Gründerin und -Präsidentin Sonja Dinner am gestrigen Launch der App. Warum genau eine Smartphone-App da helfen soll? "Entgegen der Annahme vieler, besitzen auch Frauen in diesen eher ärmeren Communitys ein Smartphone", erklärt Dinner weiter. Das müsse man nutzen.

"Die Message den Leuten nahe bringen"

Die Schweizerin setzt sich mit ihrer Stiftung seit Jahren für benachteiligte Frauen und Kinder rund um den Globus ein und ist überzeugt davon, mit DearMamma einen riesengrossen Schritt in der Krebsprävention machen zu können. "Wenn man eine Message verbreiten möchte, muss man sie den Leuten nahe bringen", so Sonja Dinner. Das Ziel von DearMamma: eine Milliarde Frauen aufklären . Wir drücken die Daumen.

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