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Warum bloss so vertrottelt, Ansel Elgort?

von Irène Schäppi

2 OKTOBER 2019

Entertainment

Die einen himmeln ihn an, die andern halten ihn für einen Schnösel: An Schauspieler Ansel Elgort scheiden sich die Geister.

Ansel Elgort hat alles, was einen Star ausmacht: Er ist auf eine niedliche Art hot, dreht gerade mit Top-Regisseur Steven Spielberg den Musicalmovie "West Side Story" und hat mit der Literaturverfilmung "Der Distelfink" nach "Baby Driver" momentan erneut einen Kinohit am Start. Oh, und Selfies mit seinen Fans macht Ansel auch noch gern.

Trotzdem ist der Nachwuchsschauspieler, der aus einer wohlhabenden Künstlerfamilie stammt (sein Vater ist der legendäre "Vogue"-Modefotograf Arthur Elgort und seine Mutter die Opern-Regisseurin Grethe Barrett Holby), nicht unbedingt ein Sympathieträger. Das liegt sicher auch an seinen Interviews, in denen sich der 25-Jährige übertrieben selbstbewusst gibt - und manchmal auch ein bisschen vertrottelt rüberkommt: Im Magazin "Seventeen" äusserte er sich etwa über Schauspielkollegin Shailene Woodley: "Ich fand Shailene nicht ein einziges Mal körperlich anziehend. Das ist schön." Dass darauf ein Shitstorm folgen würde, war klar, dass sich Shailene leicht betupft fühlte, ebenso. Er habe mit dieser Aussage ihren tollen Charakter gemeint, rechtfertigte Ansel sich dann. Okay, aber hätte er seine Bewunderung nicht anders ausdrücken können?

"Hollywoods nervigster Typ"

Privat ist Ansel übrigens immer noch mit seinem High-School-Sweetheart, der Balletttänzerin Violetta Komyshan, zusammen. Das ist ja süss. Es ändert aber nichts daran, dass über ihn in der Presse und auf Social Media immer wieder gelästert wird: "The Telegraph" etwa betitelte Ansel vor gar nicht so langer Zeit als "Hollywoods nervigsten Typen".

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Mit Freundin Violetta

Und Ansel hat bislang öffentlich nicht viel dafür getan, seine Hater für sich zu gewinnen. Das Gegenteil ist der Fall, etwa mit einer irritierenden Instagram-Aktion Ende Mai: In der Nacht vor dem Filmtrailer-Release zu "Der Distelfink" postete Ansel 17 fast identische Oben-Ohne-Selfies. Sogar "Divergent"-Kollegin Zoë Kravitz fands irgendwie creepy: "Dude, was geht bei dir gerade ab?", schrieb sie zu einem der Fotos.

Kindliche Unschuld ist ein Ausdruck, der oft im Zusammenhang mit Ansel fällt. In einem Interview mit Modeikone Grace Coddington erwähnte Ansel kürzlich seine Songtexte (ja, richtig gut singen kann er auch!): "Sobald man erwachsen ist, beginnt man sich infrage zu stellen. Das ist schlecht für jede Art von Kunst. Ich versuche darum, beim Songschreiben nicht mehr so viel nachzudenken und einfach zu machen. Wie ein Kind halt."

Einfach gemacht und nicht viel überlegt hat Ansel auch bei seiner neuesten Rolle. Das war auch nötig für die Darstellung von Theo Decker, dem von einem Terror­anschlag traumatisierten und drogensüchtigen Protagonisten in "Der Distelfink". "Ich wäre sonst an diesem dunklen Charakter kaputtgegangen". Nichtsdestotrotz gelingt es ihm, Theo Becker so zu spielen, dass es einem unter die Haut geht.

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An der Seite von Nicole Kidman: Die Literaturverfilmung von Donna Tartts Bestseller "Der Distelfink" mit Ansel Elgort in der Hauptrolle läuft bei uns seit dem 26. September im Kino.

Ansel Elgort ist keiner jener Schau­spieler, die für ihre düsteren Rollen selbst durch die Scheisse gehen müssen. Bei seinem Talent scheint es zu reichen, offen, neugierig und empathisch durch die Welt zu schreiten. Das zieht sich durch Ansels Leben: Das an einem Konzert gefundene Portemonnaie einer Unbekannten hat er ohne grosses PR-Gedöns bei einem persönlichen Treffen retourniert. True Story. Und irgendwie ganz fest herzerwärmend.

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