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Screenshot "Animal Crossing – New Horizons"

Wie mir "Animal Crossing" den Lockdown versüsst hat

von Gloria Karthan

30 MAI 2020

Life

In den vergangenen Monaten hat das Simulationsspiel "Animal Crossing" vielen Zockerinnnen zur Realitätsflucht verholfen. Auch Friday-Redaktorin Gloria.

Ich bin kein Konsolentyp – abgesehen von "Mario Kart", das ich nach ein paar Drinks mit Friends zocke, stehe ich nicht auf Games. Und dennoch scrollte ich Anfang April durch Ricardo, Tutti und Co. Die Läden hatten aufgrund des Lockdowns noch geschlossen und in den klassischen Onlineshops gabs auf die "Nintendo Switch"-Konsole, nach der ich verzweifelt suchte, wochenlange Wartefristen.

Das Game, auf das ich scharf war, heisst "Animal Crossing - New Horizons", ist Ende März erschienen und das erfolgreichste Nintendo-Game des Jahres. Auch Celebs wie Alexandria Ocasio-Cortez, Chrissy Teigen und Lil Nas X stehen auf das Simulationsspiel, das an eine harmlose Version von "The Sims" erinnert: Man erstellt darin einen Avatar mit riesigen Kulleraugen, zieht auf eine einsame Insel und hübscht sie bünzlimässig auf. Während des Lockdowns hat das Spiel einen regelrechten Hype erfahren. Was ich nachvollziehen kann, denn:

  • Das Game lässt einen den Alltag vergessen: "Animal Crossing" wird in Echtzeit gespielt, das entschleunigt und gibt mir das Gefühl, als sei ich selber Teil dieser bunten Utopie. Als das Coronavirus uns zwang, wochenlang in der Wohnung zu hocken, bin ich, um abzuschalten, einfach hin und wieder auf meine idyllische Insel gehüpft. In einer Zeit der Unsicherheit gab mir diese Parallelwelt immer wieder kurz das Gefühl, die Kontrolle zu haben.
  • Es ist ausserordentlich banal: Will man im Game einen neuen Stuhl herstellen, benötigt man dafür lediglich Holz. Dafür hackt man mit einer Axt einmal gegen irgendeinen Baum – et voilà. Unser Alltag war schon vor Corona und Social Distancing kompliziert, da ist der simple Plot des Games in Comic-Optik eine willkommene Abwechslung.
  • Es frustriert nicht: Ich bin eine schlechte Verliererin. Spiele, bei denen man ständig von vorne beginnen muss, frustrieren mich ruckzuck. Bei "Animal Crossing" kann man nirgends runterfallen, von nichts gefressen werden und es gibt keine Level, die man meistern muss. Das Schlimmste, was passieren kann? Dass der Avatar von Wespen gestochen wird und daraufhin mit seinem geschwollenen Auge noch cuter aussieht.
  • Es macht nicht süchtig: Good News für alle, die Angst haben, den Sommer zu verpassen, sobald sie sich eine Konsole anschaffen: "Animal Crossing" hat praktisch kein Suchtpotenzial. Es bringt keine Vorteile, wenn man stundenlang oder täglich zockt. Die Blüemli gegossen? Alle reifen Äpfel gepflückt? Mit den Nachbarn gequatscht? Dann kann ich meine Switch auch wieder zur Seite legen und mich dem echten Leben widmen.
  • Es ist modisch: Im Game kann man seinen Avatar in hunderte verschiedene Outfits kleiden: in Superhero-Capes, Latzhosen oder Sommerdresses. Wer mag, kann sogar eigene Prints designen. Auch die Modebranche ist mittlerweile Fan: Als Alternative zur Fashion Week wird das Berliner Reference Festival die erste "Animal Crossing"-Fashionshow auf die Beine stellen. Die Charaktere präsentieren Outfits, die von Brands wie Prada oder Loewe inspiriert sind. Und auch Marc Jacobs und Valentino haben bereits Teile für das Spiel designt.
So siehts aus, wenn Friday-Redaktorin Gloria und ihre Insel-Nachbarn einen neuen Campingplatz eröffnen. Cute, oder?
Screenshot "Animal Crossing – New Horizons"

So siehts aus, wenn Friday-Redaktorin Gloria und ihre Insel-Nachbarn einen neuen Campingplatz eröffnen. Cute, oder?

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