Stocksy txpdbf32cc7 Yug200 Small 2032460
Stocksy

5 Anzeichen, dass du im Lockdown zu viel trinkst

von Gloria Karthan

25 APRIL 2020

Health

Laut Expertinnen und Experten kann die Coronakrise Suchtverhalten fördern. Du trinkst auch mehr als sonst? 5 Alarmsignale im neuen Alltag.

Amerikanerinnen und Amerikaner scheinen nicht nur WC-Papier und Konserven zu hamstern: Laut "Huffpost Life" wurde direkt nach dem US-Lockdown 55 Prozent mehr Alkohol verkauft als in der Woche zuvor. Online stiegen die Booze-Verkaufszahlen sogar fast um das dreifache. In der Schweiz können wir einen ähnlichen Trend beobachten: Bei Coop gab es laut Blick.ch einen merklichen Anstieg der Nachfrage bei alkoholischen Getränken – der Umsatz des Online-Getränkehändlers Drinks.ch habe sich sogar wie in den USA verdreifacht.

Das ist kaum verwunderlich: Die Bars und Clubs haben seit Wochen geschlossen und wir verlagern unseren Alkoholkonsum derweil auf den heimischen Balkon oder das Sofa. Doch bei einigen beschränkt sich das Trinken längst nicht mehr nur aufs Wochenende oder den Zoom-Apéro mit Friends am Donnerstagabend.

"Isolation, Langeweile oder Ängste können einen problematischen Suchtmittelkonsum begünstigen", schreibt die Stiftung Sucht Schweiz. Wer sein eigenes Trinkverhalten reflektiert, kann dem allerdings vorbeugen. Die folgenden fünf Punkte können Anzeichen dafür sein, dass dein Alkoholkonsum sich in eine problematische Richtung entwickelt.

  • Du trinkst jeden Tag
    Je öfter du trinkst, desto mehr steigt die Gefahr, dass du davon abhängig wirst und deinem Körper schadest. Sucht Schweiz empfiehlt auch im Lockdown höchstens ein Standardglas Alkohol pro Tag für Frauen und zwei für Männer. Ein Standardglas entspricht einem Deziliter Wein, drei Dezilitern Bier oder 0,2 Dezilitern Hochprozentigem. "Dabei sollte jeweils zwei aufeinanderfolgende Tage pro Woche kein Alkohol getrunken werden, um die Gewöhnung zu brechen und der Leber Zeit für die Erholung zu geben", sagt Mediensprecher Markus Meury.
  • Du trinkst ständig alleine
    "Während des Lockdowns ist die soziale Kontrolle niedriger als in der Öffentlichkeit," sagt Meury. Zu Hause auf dem Balkon fehlt die beste Freundin, die beim vierten Prosecco interveniert. Wenn du nicht aus Geselligkeit trinkst, ist es umso wichtiger, in dich hineinzuhören und die Gründe für deinen Konsum zu hinterfragen. Siehe nächster Punkt.
  • Du trinkst, weil du gestresst oder traurig bist
    Die Coronakrise verlangt uns vieles ab: Die einen vermissen ihre Freunde und Familie, die anderen müssen Kids und Homeoffice unter einen Hut kriegen und wieder andere sehen sogar ihre Existenz bedroht. Wenn du trinkst, weil es dir nicht gut geht, riskierst du dadurch, immer mehr zu trinken. "Wir werden erst einige Zeit später genauere Zahlen haben", sagt Meury. "Aber wahrscheinlich wird sich die Anzahl der suchtkranken Menschen wegen der Pandemie erhöhen."
  • Du trinkst aus Langeweile
    Es ist wichtig, dass du dir im Lockdown Dinge suchst, die dir Spass machen und dich entspannen: Zum Beispiel ein Bad nehmen, ein Buch lesen oder im Wald spazieren gehen. Zwei Gläser Rosé zu sippen, sollten nicht dazugehören. Hast du dir vorgenommen, an einem bestimmten Tag nichts zu trinken und weisst, dass Langeweile dich triggert, solltest du schauen, dass du beschäftigt bleibst.
  • Du trinkst während der Arbeit
    Im Homeoffice zu arbeiten, ist eine ziemliche Umstellung, hat aber auch Vorteile: Man kann zwischendrin mal die Wäsche machen, den Tomatensugo drei Stunden lang köcheln lassen und die Chefin linst einem nicht ständig über die Schultern. Wenn Letzteres allerdings dazu führt, dass du dir schon am Nachmittag ein Panache aufmachst, ist das problematisch.

Mehr Informationen zum Thema Sucht und Coronakrise gibts hier. Mitte nächster Woche wird Sucht Schweiz dort ausserdem Tipps zum Thema Alkoholkonsum im Lockdown veröffentlichen.

Du brauchst direkt Hilfe oder Beratung in Zusammenhang mit Suchtmitteln? Die Beraterinnen und Berater von Sucht Schweiz haben ein offenes Ohr: 0800 104 104

Noch mehr von uns
Was hältst du von diesem Artikel?
  • :(
  • love it no Data :(
  • haha no Data :(
  • wow no Data :(
  • traurig no Data :(
  • wütend no Data :(
  • love it
  • haha
  • wow
  • traurig
  • wütend