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Ärzte verweigern einer 28-Jährigen die Sterilisation

von Gloria Karthan

8 JANUAR 2019

Life

Eine junge Frau aus Leipzig will sterilisiert werden und blitzt damit reihenweise bei den Ärzten ab. Jetzt macht sie ihrem Ärger auf Twitter Luft.

Die Twitter-Userin @Birnenmuffin_3 hat vor zwei Jahren eine kleine Tochter geboren und weder sie noch ihr Mann möchten noch ein Baby. Dennoch verwehrt ihr ein Arzt nach dem anderen eine Sterilisation, wie sie in einem längeren, emotionalen Thread auf Twitter erzählt.

Mehrere Ärzte haben die 28-Jährige schon weggeschickt. Häufigste Begründung: Sie sei noch zu jung, ein erneuter Kinderwunsch könne sich auch später noch entwickeln. Sterilisieren lassen könne sie sich frühestens mit 30., mancherorts sogar erst mit 35. Ausserdem würden die Ärzte keine medizinische Notwendigkeit sehen, wie es etwa bei einer chronischen Entzündung oder Krebs der Fall wäre.

Ein kürzlicher Schwangerschaftsabbruch hat die Twitter-Userin in ihrem Wunsch bestärkt. Doch bei ihrer Gynäkologin stösst sie selbst nach einer Abtreibung auf taube Ohren:

Bezahlen müsste sie den Eingriff, bei welchem unter Vollnarkose beide Eileiter verschlossen werden, ohnehin selbst. In der Schweiz kostet die sogenannte Tubenligatur zwischen 1000 und 2000 Franken. Genau wie in Deutschland übernimmt die Krankenkasse auch hierzulande nur, wenn eine Schwangerschaft die Gesundheit der Frau oder des Kindes gefährden würde.

Eine Vasektomie, bei welcher der Samenleiter des Mannes unterbrochen wird, ist mit Preisen ab 600 Franken deutlich günstiger. Der Eingriff wird unter einer lokalen Betäubung durchgeführt und kann sogar rückgängig gemacht werden.

Doch für @Birnenmuffin_3 und ihren Partner steht eine Vasektomie nicht zur Debatte, wie sie auf Twitter verrät. Die junge Frau fühlt sich von der Gesellschaft im Stich gelassen:

Für ihren Twitter-Thread, der schon über 270 Mal geteilt wurde, hat die 28-Jährige viel Zuspruch erhalten. Schnell meldeten sich weitere Userinnen zu Wort, welche ähnliche Erfahrungen machen mussten.

Ob und wann eine Frau ein Kind bekommt, ist eine der privatesten Entscheidungen überhaupt. Dennoch scheint die weibliche Fruchtbarkeit und der (ausbleibende) Kinderwunsch junger Frauen ein Politikum zu sein. Und das, während Männer völlig frei darüber entscheiden dürfen, wie folgender Tweet zeigt:

Was meint ihr dazu? Sind die Einwände der Ärzte begründet oder liegt die Entscheidung ganz bei der Frau? Verratet uns eure Meinung in den Kommentaren!

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