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Instagram adutakech

"Viele denken, dass alle schwarzen Frauen gleich aussehen"

von Gloria Karthan

28 AUGUST 2019

Fashion

Ein australisches Magazin interviewt Topmodel Adut Akech – und verwechselt sie auf einem Bild mit einer anderen schwarzen Frau. Jetzt macht die 19-Jährige ihrem Ärger auf Insta Luft.

Das südsudanesisch-australische Model Adut Akech ist angepisst. Und sie hat auch allen Grund dazu. Denn neben einem Interview mit Adut, das vergangene Woche im australischen Magazin "Who" erschienen ist, ist ein grosses Foto eines Models abgedruckt. Nur handelt es sich dabei dummerweise nicht um die 19-jährige Adut Akech, sondern um Flavia Lazarus. Genau wie Adut stammt auch Flavia aus dem Südsudan und lebt jetzt in Australien.

Besonders übel: Im Interview spricht Adut, die aktuell auf gleich vier (!) wichtigen "Vogue"-Covern zu sehen ist, über ihre Flucht vor dem Bürgerkrieg. Es geht ausserdem darum, wie Migrantinnen und Migranten in ihrer neuen Heimat Australien wahrgenommen werden und mit welcher Einstellung schwarzen Menschen begegnet wird.

"Zutiefst getroffen"

In einem emotionalen Insta-Post macht Adut ihrer Wut Luft. Sie habe lange überlegt, wie sie die Sache angehen soll. "Ich bin zutiefst getroffen und fühle mich nicht respektiert. Dieses Verhalten ist inakzeptabel und unentschuldbar", schreibt die Australierin, die letztes Jahr von Models.com zum Model des Jahres gewählt wurde, in ihrer Caption. Sie fühle sich nicht nur persönlich beleidigt, sondern habe auch das Gefühl, dass ihre "gesamte Rasse missachtet wurde".

"Deshalb halte ich es für wichtig, dass ich dieses Problem angehe", schreibt Adut. Der Vorfall zeige, wie ignorant Menschen seien. "Viele denken, dass jede schwarze Frau gleich aussieht. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat das gemacht, weil er oder sie dachte, das sei ich auf dem Bild. Das ist eine grosse Sache. Auch wegen dem, worüber ich im Interview gesprochen habe." Alles, was sie darin gesagt habe, sei durch diesen Fehler zunichte gemacht worden, schreibt Adut weiter.

Niemand will schuld sein

Immerhin: Laut "BBC" hat sich das Team des Magazins umgehend bei Adut entschuldigt. "Who" schiebt die Schuld allerdings auf die Agentur der Melbourne Fashion Week – man habe dem Magazin die falschen Bilder geschickt. "Der Fehler war rein administrativ und unbeabsichtigt. Wir entschuldigen uns aufrichtig dafür und für die Verärgerung, die er verursacht hat", schreibt die zuständige Agentur OPR auf Instagram.

Adut, die als Botschafterin der Melbourne Fashion Week auftritt, stellt klar: "Ziel meines Beitrags ist nicht, das 'Who'-Magazin fertigzumachen. Sie haben sich bei mir entschuldigt." Vielmehr wolle sie öffentlich zum Ausdruck bringen, was sie fühlt. "Ich bin sicher, dass ich nicht die erste Person bin, die das erlebt hat und es muss einfach aufhören. Wir alle wissen, dass sowas weissen Models nicht passiert."

Laut Adut soll der Vorfall ein Weckruf sein. "Es ist nicht okay und ihr müsst einfach besser werden." Australien habe bei diesem Thema noch sehr viel aufzuholen. "Genau wie die gesamte Modebranche."

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