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9 Tipps für den Umgang mit Veganern

von Gloria Karthan

9 JANUAR 2019

Life

Redaktorin Gloria ernährt sich seit einem Jahr so oft es geht vegan – und das passt nicht immer allen. Hier ist ihre ganz persönliche Liste für ein friedliches Nebeneinander.

Während der Hashtag #plantbased längst zum Insta-Inventar gehört und Vegi-Restaurants aus dem Boden schiessen, sind Veganer unbeliebt wie nie. Eine kanadische Studie fand sogar heraus, dass “Veggies” die meistgehasste Gruppe der westlichen Welt seien. Autsch.

Auch die Festtage strapazieren das vegane Nervenkostüm. Alljährlich bei Fondue Chinoise oder Raclette die eigene Ernährungsweise zu rechtfertigen und dabei cool zu bleiben, ist super anstrengend. Will man mit Fakten informieren, wird man als missionarisch abgestempelt. Und wer im Freundeskreis mit Klischees konfrontiert wird, reagiert schnell mal defensiv.

Obwohl die Gruppe stetig wächst, scheinen Veganer die letzte Minderheit zu sein, die man öffentlich bashen darf. Ich plädiere 2019 für ein friedliches Nebeneinander – und das ist meine Bedienungsanleitung dazu.

  • Frag nur, wenn es dich wirklich interessiert. “Und warum tust du dir das an?” Hierauf folgt in den meisten Fällen eine Begründung, welche irgendwo zwischen Ethik, Klimaschutz und Gesundheit angesiedelt ist – sich aber in jedem Fall nicht mit dem Filet auf deinem Teller vereinbaren lässt. Darum am besten nicht während des Essens fragen. Und halt eben nur, wenn du den Grund ehrlich wissen willst.
  • Lass die Standardsprüche. “Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg!” Hehe. Lustig. Würde ich jedes Mal einen Franken in ein Kässeli schmeissen, wenn ich diesen Spruch höre, könnte ich mir davon ein Dutzend Soja-Lattes kaufen.
  • Denk an uns. Aber reiss dir kein Bein aus. Wenn du deine Vegi-Freunde zum Essen einlädst, erwartet niemand ein Sternemenü. Viele sind schon happy, solange nicht alle Beilagen mit Speck vermengt oder mit Käse überbacken sind. Im Zweifelsfall: Pasta mit Tomatensauce geht immer. Und ja, klassische Spaghetti sind vegan.
  • Rechtfertige dich nicht. Es interessiert mich nicht wirklich, dass du nur selten Fleisch isst und wenn, dann nur Bio-Weide-Rind. Der Tofu auf meinem Teller ist keine Kriegserklärung, sondern meine Proteinquelle.
  • Misch uns nix unter. Eigentlich absurd, auf diesen Punkt hinzuweisen. Wer mit Fleischbouillon kocht und sich dann ins Fäustchen lacht, wenn die Vegis am Tisch es nicht merken, hat richtig mieses Karma.
  • Sei nicht so engstirnig. “Was isst du denn so?” Naja, so ziemlich alles, was nicht vom Tier stammt. Und das ist bei weitem mehr als gedämpfter Broccoli und öde Salatblätter. Zum Beispiel ein Gericht aus meinem knapp 500-seitigen Vegan-Kochbuch.
  • Lass mir mein Schnitzel. Folgendes spricht (hin und wieder) für Vegi-Ersatzprodukte: 1. Schmecken einfach gut. 2. Erleichtern den Umstieg enorm. 3. Enthalten nicht weniger Zusatzstoffe und Salz als verarbeitetes Fleisch. 4. Lassen sich beim gemeinsamen Barbecue mit omnivoren Freunden auf den Grill schmeissen. Dich stört die Bezeichnung? Fleischkäse heisst auch nur aufgrund seiner Form so, imfall.
  • Sorg dich nicht zu sehr um unsere Gesundheit. Wer sich ausgewogen vegan ernährt, muss lediglich Vitamin B12 supplementieren. Es wird vielen Ersatzprodukten wie Sojamilch zugesetzt, genau wie es übrigens beim Tierfutter der Fall ist. Mittlerweile gibts sogar Zahnpastas mit B12. Dann wäre da noch die Sache mit den Proteinen: Tierisches Eiweiss wird zwar etwas besser aufgenommen als pflanzliche Proteine, doch Linsen, Tofu und Co. können es locker mit Eiern, Quark und Rindfleisch aufnehmen.
  • Probiers mal aus. Das vegane Herz schlägt höher, wenn ein Mensch im nahen Umfeld sich ehrlich für eine pflanzliche Lebensweise interessiert. Du musst nicht gleich beim Veganuary mitmachen, es reicht schon, wenn du mal eine Gabel vom Vegi-Gericht probierst und nicht von vornherein das Gesicht verziehst.
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