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6 gute Gründe, weniger Fleisch zu essen

von Gloria Karthan

27 JANUAR 2019

Life

Unser unstillbarer Fleischhunger gefährdet den Planeten und ist ausserdem ganz schön ungesund. Hier kommen Gründe, 2019 Flexitarier zu werden.

Wir haben ein gewaltiges Problem mit unserer Ernährung: Ganze 40 Prozent der Weltbevölkerung gelten als fehlernährt – dabei ist der Anteil übergewichtiger und fettleibiger Menschen etwa zweieinhalb Mal grösser als der jener, die zu wenig zu essen haben.

Eine Kommission aus 17 Ländern hat nach drei Jahren Forschung nun in einem Fachjournal eine mögliche Lösung für das Problem vorgestellt. Laut den Experten aus den Bereichen Ernährung, Wirtschaft und Nachhaltigkeit ist es möglich, die zehn Milliarden Menschen, die bis 2050 auf der Erde leben, gesund zu ernähren, ohne die Natur zu zerstören.

Dafür muss sich unsere Ernährung allerdings grundlegend ändern. Im Zentrum einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährung steht der Dauerbrenner Fleischkonsum. In Europa müssten wir laut dem Expertenteam beispielsweise ganze 77 Prozent weniger rotes Fleisch essen. Autsch.

Wie viel Fleisch landet auf euren Tellern?

13729 Votes
  • Gar keins, ich bin Vegi. 16%
  • Ich esse nur etwa einmal die Woche Fleisch und würde mich als Flexitarier bezeichnen. 28%
  • Mehrmals die Woche muss schon sein. 35%
  • Bei mir gibts jeden Tag Fleisch. 21%

Dazu kommt, dass laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage 17 Prozent der befragten Schweizer und Schweizerinnen die Schlachthäuser im Land schliessen würden.

Ganz auf Fleisch zu verzichten, fällt aber vielen schwer. Dabei ist jede Reduktion ein guter Schritt. Diese Fakten helfen euch vielleicht dabei:

  • Ihr seid gesünder: Hoher Fleischkonsum kann gesundheitsschädigend sein, das zeigt eine Studie nach der anderen. Vor allem in Kombi mit zu wenig Bewegung trägt er zu Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten bei. Besonders von rotem und verarbeitetem Fleisch solltet ihr so oft es geht die Finger lassen.
  • Ihr sorgt für sauberere Gewässer und Böden: Massentierhaltung, gegen die übrigens kürzlich eine Initiative lanciert wurde, bedeutet immer auch eine Belastung für unsere Gewässer und Böden. Die Überdüngung führt bei vielen Schweizer Seen zu Fischsterben; der Sempacher- und der Baldeggersee müssen sogar mit Sauerstoff künstlich beatmet werden. Laut Bundesamt für Umwelt ist die Nitratbelastung im Grundwasser in vielen Ackerbaugebieten zu hoch.
  • Ihr verlangsamt die Erderwärmung: Nutztierhaltung verursacht mehr Treibhausgase als sämtlicher Verkehr weltweit – Flugzeuge und Schiffe inklusive. Das von Rindern und Co. ausgestossene Methangas hat sogar einen noch grösseren Effekt auf die Klimaerwärmung als CO₂. Aktuell stammen laut ETH ungefähr 80 Prozent der Schweizer Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft.
  • Ihr unterstützt keine unethische Tierhaltung: Ihr kauft nur Schweizer Fleisch und Eier? Super! Doch das Schweizer Tierschutzgesetz erlaubt leider immer noch, dass Schwänze von Lämmern kupiert, Schnäbel von Hühnern gekürzt und männliche Küken ge­schreddert werden. Die Vorschriften werden zwar immer strenger, doch unser hoher Fleischkonsum führt unweigerlich dazu, dass viele Tiere auf engstem Raum gehalten werden. Ein Beispiel: Auf der Grösse eines durchschnittlichen Autoparkplatzes dürfen zehn je 100 Kilogramm schwere Mastschweine gehalten werden.
  • Ihr stoppt die Regenwald-Abholzung: Insgesamt wird fast ein Drittel der globalen Landfläche für die Nutztierhaltung gebraucht, über zwei Drittel des Regenwaldes musste für die Viehhaltung weichen. Laut WWF werden rund 80 Prozent der weltweiten Sojaproduktion an Tiere verfüttert. Während die Sojaprodukte in unseren Läden in der Regel aus gentechfreiem europäischen Anbau stammen, sind nur gerade 40 Prozent des Sojas im Schweizer Tierfutter aus Europa.
  • Ihr entwickelt weniger Antibiotikaresistenzen: Jährlich werden in der Schweiz über 30 Tonnen Antibiotika an Nutztiere verfüttert. Der Verbrauch ist glücklicherweise rückläufig und hat sich im Vergleich zu 2012 fast halbiert. Eigentlich verbietet das Tierschutzgesetz vorbeugendes Antibiotika, die Praxis sieht aber vor allem bei jungen Kälbern und Milchkühen in Nicht-Bio-Betrieben häufig anders aus. Was das mit euch zu tun hat? Da sich resistente Bakterien auch auf uns Menschen übertragen können, kann die Antibiotikaabgabe an Tiere auch die zukünftige Behandlung von uns Menschen verhindern.
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