Female Pleasure
Screenshot #Female Pleasure

5 Gründe, warum alle die Doku #Female Pleasure sehen sollten

von Gina Buhl

15 NOVEMBER 2018

Life

Mit dem Schweizer Dokumentarfilm #Female Pleasure kommt heute der wichtigste Film des Jahres in die Kinos. Deshalb dürft ihr ihn auf keinen Fall verpassen.

  • Weil #Female Pleasure deutlich macht, dass die Unterdrückung der Frau und ihrer Lust in allen Religionen ein riesiges Problem ist
    Die Schweizer Regisseurin Barbara Miller porträtiert im Film fünf Frauen aus verschiedenen Weltreligionen und zeigt, was sie persönlich mit Sexualität und deren Unterdrückung verbinden. Ihre wahnsinnig berührenden Geschichten erscheinen erst komplett unterschiedlich – schon nach wenigen Minuten wird aber klar: Die patriarchalen Strukturen, auf denen Religionen gründen, sind in allen Konfessionen verankert. Ob Islam, Hinduismus oder Christentum: Sie alle sind aus Gesellschaften entstanden, in denen nur Männer das Sagen haben. Welche verheerenden Auswirkungen das hat, mussten die fünf Protagonistinnen des Films früh erfahren.
  • Weil brutale Praktiken, Missbrauch und sexuelle Unterdrückung nicht bloss in den abgelegensten Örtchen der Welt stattfindet...
    ...sondern auch hier. Mitten in unserer Gesellschaft. Die Doku zeigt, dass auch in modernen, westlichen Metropolen wie London Genitalien von Frauen brutal verstümmelt werden. Dass in jüdischen ultraorthodoxen Communitys in New York, Frauen für die Gesellschaft unsichtbar gemacht, und zum Sex mit Fremden gezwungen werden – und in einem Land wie Japan Penisse regelrecht angehimmelt werden, während über Vaginas niemand auch nur sprechen darf.
  • Weil die Courage der fünf porträtierten Frauen einen vom Kopf bis in die Zehenspitzen berührt
    Aktivistin Leyla Hussein wurde als kleines Mädchen Opfer von Genital-Verstümmelung. Mittlerweile klärt sie in London darüber auf, welche gravierenden Auswirkungen die weibliche Beschneidung mit sich bringt. Seit Beginn ihrer Arbeit, ist sie mehrmals verprügelt und bespuckt worden – trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen. Auch die ehemalige Nonne Doris Wagner, die im Kloster mehrmals vergewaltigt und dann selber dafür verantwortlich gemacht wurde, die jüdische Autorin und Aktivistin Deborah Feldman, die indische Aktivistin Vithinka Yadar und die japanische Künstlerin Rokudenashiko wollen sich trotz Verleumdung, Ausgrenzung oder gar Verhaftung nicht unterkriegen lassen. Das zu spüren, sorgt im Fünf-Minuten-Takt für Gänsehaut.
  • Weil der Film trotz der toughen Themen kein Downer ist
    Co-Produzentin Melanie Winiger bringt es im Interview mit 20 Minuten auf den Punkt: "Man kommt nicht aus dem Kino raus und ist depressiv." Und das hat vor allem mit den Frauen zu tun, die gezeigt werden: Sie sind keine Opfer, sondern selbstbestimmte Frauen. Und weil ihr Kämpferinnen-Spirit von der Leinwand direkt auf den Kinosessel springt, ist das, was beim Verlassen des Kinosaals nachhallt, vor allem eines: Empowerment.
  • Weil #Female Pleasure uns darauf aufmerksam macht, dass wir selber gar nicht so locker sind, wie wir denken
    Beobachtet mal, was es mit euch macht, wenn die japanische Künstlerin Rokudenashiko sich Knetmasse zwischen ihre Beine schiebt, um einen 3-D-Druck ihrer Vulva anzufertigen. Nehmt ihr ihre Kunst locker hin oder fragt ihr euch, ein bisschen peinlich berührt, was das soll? Szenen wie diese zeigen uns nämlich, dass auch wir in unserer vermeintlich lockeren westlichen Blase gar nicht so unverkrampft mit unserer Weiblichkeit umgehen, wie wir vielleicht denken. Ein Besuch im Kino könnte den Anstoss liefern, das zu ändern.
#Female Pleasure, ab heute im Kino
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