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Lukasz Wierzbwoski

3 Dinge, die ich mit 30 über die Liebe gelernt habe

von Marie Hettich

28 NOVEMBER 2018

Life

Redaktorin Marie Hettich hatte ihr erste Beziehung mit 15. Jetzt ist sie doppelt so alt – und in Sachen Liebe ein bisschen schlauer.

  • Streit lässt sich sehr oft vermeiden
    Was habe ich mich in meinem Leben schon mit Männern rumgestritten! Mittlerweile ist mir das zu anstrengend. Ausserdem habe ich ein paar deeskalierende Tricks verinnerlicht. Erstens: Sobald es brodelt, kurz innehalten und sich fragen, ob es um ein essentielles Thema geht, für das es eine gemeinsame Lösung braucht. Wenn das nicht der Fall ist: Aufhören und auseinander, sofort! Dann abkühlen gehen und nie wieder darüber sprechen. Zweitens: Stolz und Spielchen über Bord werfen, nicht rumschmollen, sondern ehrlich sein. Also zum Beispiel sagen: "Ich wär so gern entspannter und cooler, aber mir gehts wirklich nicht gut dabei, wenn du dich regelmässig mit deiner Ex triffst." Sehr unwahrscheinlich, dass nach so einem mutigen Seelenstriptease ein fieser Streit entsteht. Drittens: Bei mir ist es meistens so, dass mich mein Freund vor allem dann nervt, wenn ich gerade mit mir selbst schlecht klar komme (und mir das natürlich erstmal überhaupt nicht eingestehe). Oftmals lohnt es sich also, schleunigst mal wieder ein, zwei gspürige Abende mit sich allein zu verbringen. Und plötzlich läuft die Beziehung wieder super.
  • Gemeinsamkeiten sind wichtiger als gedacht
    Bis vor gar nicht allzu langer Zeit war für mich völlig klar, dass ich mit jedem Typen, in den ich verliebt bin, automatisch auch eine Beziehung möchte. Deshalb war ich auch ständig mit Männern zusammen, die überhaupt nicht zu mir gepasst haben – denn verliebt ist man schnell. Wenn ich mir meine jetzige Beziehung, aber auch die um mich herum so anschaue, habe ich den Eindruck, dass Paare vor allem dann glücklich sind, wenn sie sehr vieles teilen: ihre Zukunftsvorstellungen, ihre politischen Ansichten, ihre Werte, Hobbys, ja selbst die gemeinsame Liebe für Gemüse oder extravagante Möbel scheint zu helfen. Man könnte das klischiert und stumpfsinnig finden, aber alle zufriedenen Pärchen in meinem Freundeskreis, denen ich noch einige Jährchen gebe, passen tatsächlich in eine gemeinsame Schublade: Da wäre zum Beispiel das actionfreudige VW-Bus-Surfer-Paar, das genüssliche Weinliebhaber-Bergwanderungs-Paar oder das hippe, gesundheitsbewusste Skandi-Sneaker-Paar.
  • Die Kindheit muss auf den Tisch
    Wir kennen es alle: Nach ein paar Monaten Beziehung fallen uns plötzlich merkwürdige Dinge am Partner, aber auch an uns selber auf. Eifersuchtsattacken zum Beispiel oder das dringende Bedürfnis, dem anderen jede Socke hinterherzuräumen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Blick zurück sehr helfen kann. Wer sich mit seiner Kindheit und mit der des Partners auseinandersetzt, kann das allermeiste, was innerhalb der Beziehung passiert, viel besser verstehen, akzeptieren oder auch daran arbeiten. Schon allein die Geschwisterkonstellation kann vieles über uns aussagen. Ich bin zum Beispiel die Älteste von drei Kids und musste schon als Dreijährige die Grosse sein, die Rücksicht nimmt, zurücksteckt und vernünftig ist. Aber ich bin meinen Geschwistern auch immer voraus marschiert und hab so gut wie alles bestimmt. Das steckt bis heute in mir drin: Ich kann in Partnerschaften ziemlich dominant sein und neige dazu, für meinen Freund ständig mitzudenken ("Schlüssel dabei?" / "Warm genug angezogen?"). Ausserdem ist es mir jedes Mal extrem unrecht, wenn ich mal nicht die Starke bin, die alles im Griff hat. Nervig! Aber immerhin wissen mein Freund und ich, woher das kommt.
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