"Wir bekommen viel zu selten Hängebrüste zu sehen"

Die britische Bloggerin Chidera Eggerue postet regelmässig Fotos von ihrem Hängebusen – und viele Frauen machen mit.

Von: Marie Hettich

Bild: Instagram theslumflower "Wenn dich das nächste Mal ein Mann fragt, warum deine Brüste hängen, frag ihn doch, warum seine Hoden hängen."
05 Feb '18
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Als Teenager träumte Chidera Eggerue von einer Brust-OP. Die Britin litt unter ihren hängenden Brüsten, fühlte sich hässlich. "Auf all den BH-Packungen waren nur weisse Frauen mit superstraffen Brüsten zu sehen. Wenn ich dann einen anprobiert habe, sah das komplett anders aus", so Chidera zu "Buzzfeed".

Heute ist Chidera 23, mehrfach ausgezeichnete Bloggerin – und hat ihren Busen akzeptiert, so wie er ist. Mehr noch: Sie hat aufgehört, BHs zu tragen, und setzt sich dafür ein, dass Brüste wie ihre nicht mehr als etwas gesehen werden, das man operieren oder zumindest verstecken sollte. Unter dem Hashtag #saggyboobsmatter postet sie regelmässig Fotos ohne Bra – dazu Captions wie: "Wenn dich das nächste Mal ein Mann fragt, warum deine Brüste hängen, frag ihn doch, warum seine Hoden hängen."

"Hängende Brüste sind komplett unterrepräsentiert"

Chideras Ziel: Dass so viele Frauen wie nur möglich ebenfalls ein Foto posten, auf denen ihre angeblich makelhaften Brüste zu erkennen sind. "Hängende Brüste sind komplett unterrepräsentiert. Viele Frauen sind dadurch verunsichert – nur weil sie nicht dem scheinbaren Schönheitsideal von irgendwelchen Menschen entsprechen." Und tatsächlich: Die Bloggerin bekommt Zuspruch von Frauen aus der ganzen Welt, einige posten tatsächlich auch Fotos von sich.

  • Bild: Instagram kissoftheoctopus

  • Bild: Instagram emmatamsinhill

  • Bild: Instagram pahtaco

  • Bild: Instagram sonnyturner__

  • Bild: Instagram _jennifer_sue_

  • Bild: Instagram prettyflyfatgal

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Doch Chidera muss auch einiges einstecken. Die meisten Kommentare unter ihren Posts sind nämlich von Männern, die nicht fassen können, was sie da zu sehen bekommen. Sogar ein fieses Meme wurde aus einem ihrer Posts erstellt. "Männer sind leider so sozialisiert, dass sie Frauen oftmals nur als wandelnde Vaginen betrachten, die sprechen können. Deshalb werden Frauenkörper in aller Öffentlichkeit so auseinandergerupft."

Aber sie versucht, trotz den vielen Beleidigungen optimistisch zu bleiben: "Die einzige Möglichkeit, um aus etwas scheinbar Abnormalem etwas Normales zu machen, ist nun mal, dass man es ständig zu sehen bekommt. Und diejenigen, die den Anblick nicht ertragen können, sollten sich im Stillen fragen, warum sie ein menschlicher Körper derart aus dem Konzept bringen kann."

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