Spürst du den Heuschnupfen auch schon?

Die Augen jucken, die Nase läuft: Für einige Pollen-Allergiker hat die schniefend-schlimme Zeit tatsächlich schon jetzt angefangen. 6 Facts.

Von: Gina Buhl

Spürst du den Heuschnupfen auch schon?
Bild: Getty Images
27 Jan '18
zurück +34 -13
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Deine Nase ist verstopft, die Augen sind rot und sogar Hals, Gaumen und Ohren jucken? Herzlich willkommen im Club der Pollenallergiker. In der Schweiz sind laut dem Allergiezentrum aha! rund 20 Prozent der Menschen von Heuschnupfen-Symptomen wie diesen betroffen.

Was steckt dahinter?

Aber was passiert da eigentlich genau in unserem Körper? Eine ganze Menge, aufgrund von Pflanzenpollen in der Luft: Diese werden eingeatmet und lösen bei Allergikern dann eine übersteigerte Abwehrreaktion im Körper aus. Gelangen sie in die Augen oder auf die Nasenschleimhaut, werden viele Antikörper im Blut gebildet, um die vermeintlichen Feinde zu bekämpfen. Der Körper schüttet dann vermehrt Histamin aus, das für die typischen Allergiesymptome wie Juckreiz sorgt. Je nach Grösse können die Pollen aber auch tiefer in die Atemwege eindringen und schlimmstenfalls Asthma auslösen.

Soweit erstmal die Basics. Weiter gehts mit 6 spannenden Facts.

  1. Es geht jetzt schon los

    Auch wenn wir uns gefühlt gerade erst vom Weihnachtsstress erholt haben und tränende Augen und Niesattacken eher mit einem Frühlings-Spaziergang verbinden: Das Pollenjahr beginnt mit blühenden Sträuchern und Bäumen – und die gibts tatsächlich schon im Januar. Besonders aktiv sind aktuell laut Meteoschweiz die Hasel-Pollen, die wegen der milden Temperaturen im Dezember und Januar bereits blühen. In Städten leiden gerade auch Erlen-Allergiker.

    Hier gibts aktuelle Pollenprognosen.

  1. Das sind die Bedingungen

    Damit die Pollen überhaupt Heuschnupfen auslösen können, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens müssen die Pollen Allergene enthalten, die vom Körper als Eindringlinge bekämpft werden – und das ist nicht bei allen Pollen der Fall. Zweitens müssen die Pollen in grossen Mengen in der Luft sein. In der Schweiz sind sechs Pollenarten für rund 95 Prozent der Pollenallergien verantwortlich: Gräser-, Birken-, Eschen-, Hasel-, Erlen- und Beifusspollen.

  1. Das machts schlimmer

    Es gibt auch Dinge, die Allergien verschlimmern: der Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre etwa. Der Klimawandel wirkt sich nicht nur auf die Temperaturen auf der Erde aus – sondern auch auf die Stärke der Heuschnupfensaison – das glauben zumindest Wissenschaftler der University of Massachusetts. Auch Alkohol (der Histamin enthält) soll die Symptome verschlimmern. Untersuchungen der Uniklinik Giessen und der Ohio-State-University haben ergeben, dass auch unsere psychische Verfassung einen Einfluss haben kann. Allergiker hatten während der Pollensaison vor allem dann verstärkt Beschwerden, wenn sie in dieser Zeit auch psychische Konflikte zu verarbeiten hatten.

  1. So findet ihr es heraus

    Wenn Verdacht besteht: ab zum Arzt! Der kann mit einem Hauttest ganz schnell herausfinden, auf welche Arten von Pollen ihr allergisch reagiert. Oft springen Pollenallergiker übrigens auf mehr als eine Pollenart an. Und: Wer an einer Kreuzallergie leidet, ist zusätzlich angeschmiert: Birkenpollen-Allergiker können auf Nüsse oder Äpfel reagieren, Gräser-Allergiker auf Tomaten oder Erdnüsse – und Kräuter-Allergiker auf Sellerie oder Curry. Also: Unbedingt abklären lassen!

  1. Das könnt ihr dagegen tun

    Gegen leichte Symptome können etwa Salzwasserspülungen helfen. Im Akutfall gibts aber nur Medis: Nasenspray, Augentropfen und Tabletten mit Antihistaminika. Wer schon lange leidet (und etwas Geduld hat), kann es auch mit Akupunktur oder einer Desensibilisierung versuchen. Bei Letzterem wird dem Körper das Allergen, auf das er reagiert, in steigenden Dosen zugeführt, um ihn daran zu gewöhnen – und so die Toleranz zu erhöhen. Anfangen kann man diese Therapie aber erst nach der Pollensaison. Und bis die Symptome reduziert oder verschwunden sind, kanns bis zu drei Jahre dauern.

  1. Tipps zur Prävention

    Wer ständig schnieft und schnupft, kann mit seinem Verhalten die Stärke der Symptome etwas beeinflussen: Es hilft, die Wäsche nicht im Freien trocknen lassen, regelmässig die Wohnung zu saugen und draussen eine Sonnenbrille zu tragen. Wichtig: Das Haarewaschen und Duschen auf den Abend legen. Das verhindert, dass die Pollen in der Nacht in die Augen gelangen. Eine weitere Empfehlung der Experten des Allergiezentrums: Während der Pollenflugzeit die Wohnung nur kurzzeitig lüften.

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