Reiche Modeladys nennen einander "Ni**a"

Die russische Designerin Ulyana Sergeenko schickte ihrer Freundin eine Grusskarte mit Lyrics aus einem Song von Kanye West und Jay-Z. Und erntete postwendend einen Shitstorm.

Von: Marc-André Capeder

Reiche Modeladys nennen einander
Bild: Getty Images Nennt ihre Freunde gern das N-Wort: Ulyana Sergeenko
24 Jan '18
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Wenn man einer guten Freundin ein Geschenk schickt, legt man eine handgeschriebene Karte dazu. So gehört es sich. Daran hielt sich auch Ulyana Sergeenko, eine schwerreiche russische Socialite und Haute-Couture-Designerin, als sie ihrer Freundin Miroslava Duma – ebenfalls schwerreiche Russin und Gründerin des Medienprojekts "Buro 24/7" – einen Riesenstrauss Rosen zukommen liess. Anstatt netter Worte kribbelte Ulyana "To my n***as in Paris" auf die Karte, in Anlehnung an Jay-Zs und Kanye Wests Song, und ein Smiley.

Miroslava Duma postete die Grussworte auf Social Media, weil sie die Karte lustig fand – und entfachte damit postwendend einen riesigen Shitstorm.

Fashion-Blogger Bryanboy schrieb auf Instagram: "Rassismus und Ignoranz sind real. Ich sags ja nur. Es ist 2018, Leute" und fügte die Hashtags #tonedeaf, #ignorance und #horrible an. "Ich hoffe, das ist nicht wahr", kommentierte Naomi Campbell in einer Insta-Story. Es folgte eine Flut an wütenden Kommentaren von Ulyanas Insta-Followern, die sie als Rassistin bezeichneten und ihr ein Unverständnis für die afroamerikanische Kultur unterstellten. Was Ulyana tatsächlich ignoriert hat, und das ist ihr wirklich vorzuwerfen: Es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass sich Afroamerikaner untereinander "Nigga" nennen dürfen. Wenn das aber Weisse tun, ist das despektierlich. 

Die übelste Entschuldigung

Ulyana Sergeenko entschuldigte sich daraufhin zwar via Instagram, stellte sich aber sogleich als Opfer hin. "Ich bin heute Morgen mit Messages auf meinem Telefon wie ‹Du verdienst das Schlimmste im Leben!› und ‹Stirb, White Trash!› aufgewacht." Sie schreibt, dass ihre Notiz bloss eine Reverenz an Kanye Wests und Jay Z's Song war und verspielt sich dann mit dem nächsten Satz jegliche Sympathien: "Kayne West ist einer meiner liebsten Musiker und ‹N***as in Paris› einer meiner Lieblingssongs. Und ja, wir rufen uns manchmal mit dem ‹N-Wort›, wenn wir genauso cool sein wollen wie die Typen, dies singen." Autsch! Den Post hat sie mittlerweile wieder gelöscht.

Matthew Schneier, Style Reporter bei der "New York Times", meinte dazu auf Twitter: "Gut möglich, dass das die übelste Entschuldigung für saloppen Rassismus war, die ich je gelesen habe. Und das will was heissen."

Zumindest für Miroslava Duma hatte der Vorfall Konsequenzen. Trotz Social-Media-Entschuldigung, wurde sie am Dienstag aus dem Verwaltungsrat von The Tot, einem Onlineshop für Kinderprodukte, den sie 2015 mit der russischen Streetstyle-Ikone Nasiba Adilova gegründet hatte, entlassen.

Miroslava Duma postete die Grusskarte auf Insta anstatt sie zu verbrennen.

Bild: Getty Images

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