"Steh auf beiden Beinen"

Was tun, wenn man sich bedroht fühlt? In Stresssituationen, etwa bei einer blöden Anmache im Ausgang, spiele es keine Rolle, was man sage, sondern wie, meint Yaël Herz, Dozentin für Auftrittskompetenz.

Von: Christina Duss

06 Jan '18
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Victoria Beckham macht das, was Yaël Herz, Dozentin für Auftrittskompetenz an der Pädagogischen Hochschule Zürich, mit ihren Studentinnen manchmal übt: Auf beiden Beinen und gerade stehen. Die selbstbewusste Haltung ist für viele Frauen nämlich richtig schwer. Dabei sei das Auf-beiden-Beinen-stehen insbesondere in brenzligen Situationen ein effektives Hilfsmittel, sagt die Expertin – etwa bei unangenehmen Anmachen. Was bei letzteren sonst noch mittels Körpersprache und Tonlage getan werden kann? 6 Tipps. 

  1. Den Blick spiegeln

    Wenn dich das Gegenüber unangenehm lang mustert, kannst du versuchen, genauso lang und intensiv zurückschauen. Das heisst in der Fachsprache "spiegeln” und ist ein Werkzeug, um auf Augenhöhe kommunizieren.

  1. Ausladende Gestik

    In Bars oder anderen Orten, an denen ich finde, dass ich jetzt nicht angemacht werden möchte, schaue ich, dass ich mir beim Reden genug Platz verschaffe, dass meine Gestik ausladend ist. 

  1. Steh auf beiden Beinen

    Frauen stehen oft nur auf einem Bein da und sind wackelig in der Körpermitte. Das signalisiert Unsicherheit. Verlagere dein Gewicht stattdessen gleichmässig auf beide Beine und schaue deinem Gegenüber in die Augen. Versuch es mal, das ist schwieriger, als du denkst. 

  1. Nach vorne drehen

    Wenn Frauen anderen zuhören, drehen sie sich oft leicht zur Seite und halten beim Zuhören den Kopf schief. Steh stattdessen frontal und aufrecht – das wirkt bestimmter. 

  1. Mach dich gross

    Frauen machen sich beim öffentlichen Auftritt oft kleiner, als sie eigentlich sind. Sie halten ihre Arme nah beim Körper und verstecken ihre Hände. Also: Aufrecht stehen, Hände zeigen.

  1. An der Stimmlage feilen

    Männer haben dickere Stimmbänder, die langsamer schwingen, weshalb sie eine tiefere Stimme haben. Unsere Stimmbänder sind kleiner und dünner und neigen bei Stress dazu, mit Spannung zu reagieren. Bei Frauen tönt das dann hell und schrill. Die Wissenschaft glaubt, dass der Mensch niedrigere Stimmfrequenzer lieber mag.

     

    Ein Trick: In mittlerer Stimmlage sprechen, die aber trainiert werden muss. Eine Übung: Beide Füsse sind am Boden, mach die Schultern locker, aufrechter Rücken. Nun müde oder resigniert nicken und mit feiner Stimme "Jajaaa" oder den Kopf schütteln und "Neeei, neii" sagen, so im Stil von: Das mag ich jetzt nicht auch noch machen. Probiers aus. 

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