So gelingt der Truthahn an Weihnachten garantiert

Ein Truthahn ist keine Hexerei, macht auch Grossfamilien satt und sieht schön festlich aus. Hier gibts das Rezept – und ein Making-of-Video.

Von: Nicole Giger

So gelingt der Truthahn an Weihnachten garantiert
Bild: Bild: Nicole Giger Geduld. Weitere Skills sind keine nötig.
05 Dez '17
zurück +45 -11
05 Dez '17
zurück +45 -11

In Zeiten von Minimalismus, Clean Eating und Crossfit sehnen wir uns nach der Üppigkeit der Weihnachtstage. Es ist die Zeit der Unvernunft und des Übermuts: Marzipan statt Magerwahn, Festen statt Fasten, sogar die Butter wird begnadigt und schafft es für ein paar Wochen von der Feindesliste. Der Januar kommt früh genug, wenn man beim Wein spart, Muskeln stählt und Geld zählt. Aber daran wollen wir jetzt noch nicht denken.

Für besonderes Entzücken sorgt bei mir heute ein grosser Vogel: der Weihnachts-Turkey. In England schwören sie schon lange auf den Truthahn, genauso in Frankreich und in den USA.

Unser Vogel wird begleitet von in Ahornsirup karamellisiertem Rosenkohl, einem Randen-Kohl-Dattel-Salat und geröstetem Kartoffel-Pastinaken-Gemüse. Ein Truthahn erfordert zwar etwas Geduld, damit hat sichs aber auch schon: Weitere Skills sind keine nötig – wer die Lego-Burg vom Patenkind zusammenbauen kann, gart einen Turkey im Schlaf. 

Bild: Bild: Nicole Giger

Das Rezept

Zutaten für 6-8 Personen

1 Bio-Truthahn aus der Schweiz (ca. 5–6 kg)
1 unbehandelte Orange
2 rote Zwiebeln
200 g Butter
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer
1 Liter Cider
2–3 Rüebli und 1–2 Zwiebeln (kommen dann in die Form)
2 Tomaten
6–10 Scheiben Bratspeck
1 kg Rosenkohl
Olivenöl
1 Schuss Essig
1–2 EL flüssiger Honig
3 EL Ahornsirup
400 g Kartoffeln
400 g Süsskartoffeln
400 g Pastinaken
1/2 Rotkohl
1/2 Weisskohl
1 grosse Rande
2 Äpfel
1 Handvoll Datteln
1 Handvoll Haselnüsse,
Sonnenblumenkerne
250 g Ricotta
3–5 EL Cranberrysauce (fertig gekauft)

Dressing für den Salat:
8 EL Sesamöl
4 EL Apfelbalsam
4 EL frischer O-Saft
Salz, Pfeffer
2 EL flüssiger Honig

  1. Der Vogel

    Den Truthahn mit Haushaltspapier trockentupfen. Die schon etwas weiche Butter mit kleingehackter Petersilie, Salz und Pfeffer würzen und den Vogel damit gut einreiben. Dabei die Haut vorsichtig vom Fleisch lösen und die Gewürzbutter auch darunter verteilen. Die Orange und die roten ungeschälten Zwiebeln halbieren und den Vogel damit stopfen. Die restlichen Zwiebeln ebenfalls halbieren und mit den Rüebli und 2 dl Cider zum Truthahn in die Bratform geben. Den Truthahn in den Ofen schieben und bei 200 Grad ca. 20 Minuten garen. Dann aus dem Ofen nehmen und mit Speck belegen. Ein Fleischthermometer in der Brust des Truthahns platzieren und den Vogel erneut in den Ofen schieben. Wenn die Kerntemperatur 68 Grad beträgt, kann er aus dem Ofen. Den Vogel gut mit Alufolie einpacken und noch 1 Stunde ruhen lassen, so kann das Fleisch ziehen und nachgaren. Der Vogel wird nicht mehr ganz heiss gegessen, weil die Sauce dazu aber heiss ist, spielt das überhaupt keine Rolle. Wer das Fleisch aber lieber ganz heiss mag, verkürzt die Ruhezeit. 

  1. Die Sauce

    Da das Truthahnfleisch beim Servieren bereits etwas abgekühlt ist, ist die heisse Gravy – eine Bratensauce – dazu ideal. Dafür benötigen wir nun die Zutaten, die neben und im Vogel mitgegart wurden. Speck, Orangen und Zwiebeln aus dem Turkey nehmen, zusätzlich Tomaten fein hacken und alles anbraten. Das Gemüse mit 5–6 dl Cider und der Flüssigkeit aus der Bratform ablöschen. Nun lässt man das Ganze 20–30 Minuten einköcheln – bei Bedarf noch etwas Cider nachgiessen. Allenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Gravy absieben.

  1. Die Beilagen

    Kartoffeln, Süsskartoffeln und Pastinaken in mundgerechte Stücke schneiden. Mit Öl,
    etwas Honig, Salz, Pfeffer und einem Schuss Essig marinieren und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Die Rosenkohlröschen mit Öl, Ahornsirup, Salz und Pfeffer marinieren. Den Rosenkohl in eine Gratinform geben und gemeinsam mit dem Pastinaken-Kartoffel-Blech im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 50 bis 60 Minuten garen.

  1. Der Salat

    Weisskohl, Rotkohl, Rande und Äpfel fein raffeln, klein geschnittene Datteln beifügen. Nüsse und Kerne mit Honig beträufeln und auf einer oberen Rille des Ofens bei 180 Grad ca. 12 Minuten karamellisieren und rösten. Für das Dressing Sesamöl, Apfelbalsam, Salz, Pfeffer, Orangensaft und Honig verrühren. Kurz vor dem Servieren die süssen Honignüsse auf dem geraffelten Mix verteilen. Als Dip dazu: den Ricotta crèmig rühren und die Cranberrysauce sanft darunterziehen.

Das Making-of

Die Zürcherin Nicole Giger findet: "Wir Menschen brauchen beides: Nahrung für den Kopf und Nahrung für den Körper." Auf ihrem Blog Mags Frisch verbindet sie ihre beiden Leidenschaften, leckere Rezepte und schöne Texte.

Habt ihr Fragen zum Rezept?

comments powered by Disqus

Lies auch das