Dieses kanadische Streetfood wärmt die Seele

Die Kanadier wissen: In kalten Wintern hilft nichts besser als die Kartoffeln, der Käse und die Bratensauce in ihrem geliebten Poutine.

Von: Nicole Giger

Dieses kanadische Streetfood wärmt die Seele
Bild: Nicole Giger Kartoffeln, Käse, Bratensauce - unser aktueller Streetfood-Favorite
28 Nov '17
zurück +44 -18
28 Nov '17
zurück +44 -18

Das Geständnis gleich vorweg: Ja, Justin Trudeau ist auch ein Grund, wieso ich das kanadische Streetfood Gericht nun in meine Rezeptsammlung aufnehme. Aber nicht der einzige. Poutine ist in Kanada DER Strassensnack schlechthin und wer in Ottawa oder Montréal dem garstigen Winter trotzen muss, fragt sich nicht zweimal, wieso die dreimal frittierten und mit Käse überbackenen Kartoffeln auch noch mit Bratensauce getoppt werden.

Heavy, aber nicht garstig

Der Verdacht liegt nahe, dass Poutine in die Sparte Haggies (gefüllter Schafsmagen aus Schottland) und Lutefisk (nordischer Trockenfisch) gehören könnte - regionale Spezialitäten, die nur im Trunkenheitszustand und im Rahmen von fanatischem Lokalpatriotismus richtig munden. Poutine ist da aber entschieden anders. Kartoffeln, Käse und Bratensauce sind heavy, aber nicht garstig – eine Trilogie aus Wohlfühl-Zutaten aus Kindheitstagen.

Poutine essen mit Trudeau steht nun auf meiner Bucket-List. Wer sich für Justin Trudeau nicht ähnlich begeistern kann, weicht auf den anderen kanadischen Justin aus. Der Bieber mag Poutine bestimmt auch.

Poutine wärmt, sättigt und macht auch ziemlich happy.

Bild: Nicole Giger

Rezept für Poutine, das wärmendste Streetfood aller Zeiten

Zutaten für 3 bis 4 Personen

3 grosse, wenn möglich lange Süsskartoffeln (lange Kartoffeln lassen sich einiges einfacher in Stifte schneiden)
3 normale Kartoffeln
1-2 Frühlingszwiebeln
Etwas Chili
60 g Cheddar-Käse
Salz, Pfeffer

Für den Dip:
100 g Sauerrahm
1 Bund glatte Petersilie

Bratensauce:
Ihr könnt eure Bratensauce ruhig mit Bratensaucenpulver oder -würfel zubereiten. Das geht schnell und schmeckt bestens. Und schliesslich handelt es sich hierbei um Streetfood.

Und wer die Sauce selbermachen will (ergibt ca. 2 dl):
1 EL Olivenöl
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 EL Tomatenpüree
4 dl Rotwein
Salz

  1. Kartoffeln zubereiten

    Die beiden Kartoffelsorten gut waschen und trocken reiben. Nicht schälen. Dann in feine Stifte schneiden und in etwas Wasser einlegen, damit Stärke entweicht und sie knuspriger werden. Trocken tupfen und mit dem Öl marinieren. Die Kartoffelstifte auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und in der Mitte des Ofens bei circa 200 bis 220 Grad für ca. 30 bis 40 Minuten garen. Zum Schluss salzen.

    Tipp: Damit die Kartoffel möglichst kross werden, sollte man die Kartoffeln auf keinen Fall übereinander schichten und den Ofen nicht vorheizen.

  1. Bratensauce zubereiten

    Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die fein gehackten Zwiebeln sowie den fein gehackten Knoblauch beigeben und andämpfen. Das Tomatenpüree beigeben und ebenfalls kurz mitdämpfen. Wein dazugiessen, aufkochen, auf ca. 2 dl einkochen. Zum Schluss absieben und salzen.

    Oder ihr löst Pulver oder einen Würfel in Wasser auf.

  1. Das Finish

    Den Cheddar raffeln, Frühlingszwiebel und Chili fein hacken. Den Sauerrahm mit der fein gehackten Petersilie vermischen. Die heissen Fries auf die Platte oder einen Teller geben, den Käse darauf verteilen und mit Chili und Frühlingszwiebeln garnieren. Zum Schluss noch etwas Bratensauce darüber träufeln und den Sauerrahm dazu servieren.

Was hierzulande der Kebab, ist in Kanada Poutine.

Bild: Nicole Giger

Die Zürcherin Nicole Giger findet: "Wir Menschen brauchen beides: Nahrung für den Kopf und Nahrung für den Körper." Auf ihrem Blog Mags Frisch verbindet sie ihre beiden Leidenschaften, leckere Rezepte und schöne Texte.

Habt ihr Fragen zum Rezept?

comments powered by Disqus

Lies auch das