3 Geschlechts-Krankheiten, die jeder kennen sollte

Chlamydien, Syphilis und Gonorrhoe sind in der Schweiz die am häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten. Keine Ahnung, was das ist? Dann wirds höchste Zeit.

Von: Gina Buhl

3 Geschlechts-Krankheiten, die jeder kennen sollte
Bild: istockphoto
20 Nov '17
zurück +64 -42
20 Nov '17
zurück +64 -42

Kaum einer spricht über sie, niemand will sie haben – und doch belegen aktuelle Zahlen des BAGs, dass Geschlechtskrankheiten sehr viel verbreiteter sind, als wir annehmen. Im vergangenen Jahr haben die Ansteckungen in der Schweiz bei den drei häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten sogar deutlich zugenommen: 20 Prozent mehr Gonorrhoe-Infektionen, 15 Prozent mehr Syphilis-Meldungen, 8 Prozent mehr Chlamydien-Fälle. Einzig die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist stabil.

Ziemlich erschreckend, wenn man bedenkt, dass unsere Generation ja angeblich aufgeklärter sein soll wie keine andere zuvor. Schaut man sich die oben genannten Zahlen an, scheinen viel zu wenige wirklich über die Infektionen und ihre Folgen Bescheid zu wissen – sonst hätten sie das Thema Safer-Sex wohl etwas ernster genommen.

Ihr blickt auch nicht richtig durch? Hier sind die drei häufigsten Geschlechtskrankheiten im Schnelldurchlauf. 

Chlamydien

Die Facts: Die Chlamydien-Infektion ist die am häufigsten sexuell übertragene Infektion in Europa. Das Verheerende: Viele Betroffene bekommen davon gar nichts mit: 70 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer haben lange nur minimale Beschwerden.

Daran erkennt ihrs: Sowohl Männer als auch Frauen haben unüblichen Ausfluss, Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib oder den Hoden. Bei Frauen kanns ausserdem zu Blutungen beim Geschlechtsverkehr kommen. Wenn die Infektion nicht mit Antibiotika behandelt wird, kann es bei Frauen zu Beckenentzündungen oder Verklebungen der Eileiter kommen – was im schlimmsten Fall Unfruchtbarkeit verursacht. Bei Männern ist in seltenen Fällen eine Nebenhodenentzündung, die auch zu Zeugungsunfähigkeit führen kann, die Folge.

Syphilis

Die Facts: In der Schweiz nehmen die Syphilis-Fälle seit Jahren so stark zu wie in keinem anderen Land. Wie die meisten anderen Geschlechtskrankheiten, kann auch Syphilis durch Sex jeglicher Art mit einer infizierten Person übertragen werden.

Daran erkennt ihrs: Syphilis ist deshalb so gefährlich, weil sie unbehandelt in verschiedenen Stadien verläuft: Im ersten treten rote Flecken oder kleine Knoten an der Scheide oder dem Penis auf. Weil sie nicht weh tun, bleiben sie meist unbemerkt. Nach einigen Wochen verschwinden die Symptome sogar wieder – die Krankheit bleibt aber bestehen. Im zweiten Stadium kommen grippeähnliche Symptome und Ausschläge dazu, die auch wieder verschwinden. Lange unbehandelt, kann Syphilis im dritten Stadium zu schweren Schädigungen von Herz, Gehirn, Knochen und anderen Organen führen. Wenn sie rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt wird, ist sie heilbar.

Gonorrhoe

Die Facts: Von Gonorrhoe, auch Tripper genannt, waren in der Schweiz im vergangenen Jahr 2270 Personen betroffen – davon 80% Männer im Alter zwischen 25 und 44 Jahren. Übertragen wird die Infektion über die Schleimhäute beim Oral-, Anal- und auch herkömmlichen Sex – oder bei der Geburt von der infizierten Mutter aufs Kind.

Daran erkennt ihrs: Im Gegensatz zu Frauen, spüren Männer die Symptome viel deutlicher. Sie leiden wenige Tage nach der Ansteckung unter eitrigem Ausfluss (Tripper kommt nämlich von "in Tropfen herabfallen"), Schmerzen und Rötungen an der Eichel, beim Wasserlassen oder beim Sex. Auch die Kombi mit Halsschmerzen nach dem Oralsex ist häufig. Behandelt wird die Infektion mit Antibiotika. Lieber früher als später checken lassen – denn eine unentdeckte Infektion kann im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen.

Ihr wollt mehr wissen? Hier und hier findet ihr weitere Infos zu Infektionen, Statistiken und einen Risiko-Check.

comments powered by Disqus

Lies auch das